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Spur der Woche

  • „Europa ist tot. Es lebe Europa?“, so steht es auf der Titelseite im Spiegel. „Brexit: Der Anfang vom Ende. Und langsam schleicht sich ins Bewusstsein, dass dieser Tag unser aller Leben verändert“, eine Überschrift zu Gedanken zur Europäischen Union. Der Austritt Großbritanniens aus der EU bringt weitreichende Veränderungen. „Europa ist tot“? - Für mich ist es schon ein interessanter Hinweis Gottes, dass sich gerade jetzt Bewegungen, Gemeinschaften und Initiativen im ökumenischen Netzwerk „Miteinander für Europa“ vom 30.06. bis 01.07. in München treffen. Der Kongress steht unter dem Thema „Begegnung. Versöhnung. Zukunft.“ „Einheit ist möglich“. Eine Aufforderung an mich, den Kongress verstärkt durch mein Gebet zu begleiten.
    Europa - 29.06.2016
  • Wir stiegen im Ruhrgebiet auf eine Schutthalte. Oben angekommen, konnten wir kilometerweit ins Land sehen. Fördertürme konnte ich nicht ausmachen. Was mich dann doch erstaunte, ist das viele Grün und das Wahrnehmen von relativ nah beieinanderstehenden Kirchtürmen. Wie viele Gemeinden gab es einmal, denn mir ist bekannt, dass heute auch im Ruhrgebiet immer mehr Kirchen geschlossen werden. – Eine Spur Gottes, die nicht nur mich auffordern will, auch heute nicht nachzulassen, Gottes konkretes Dasein im eigenen Leben oder in Ereignissen der Zeit zu entdecken und diese Erfahrungen mit anderen zu teilen.
    Auftrag - 22.06.2016
  • Deutschland im Fußballfieber. Nicht nur an den überall an den Autos sichtbaren Deutschlandfahnen erkenne ich, dass Europameisterschaft ist. Zur Sendezeit treffen sich Freunde, Nachbarn, um gemeinsam das gerade anstehende Spiel anzusehen. Ich bin überhaupt kein Fußballfan. Irgendwann kommt mir die Idee, einfach auch zum gemeinsamen „Fußballsehen“ einzuladen. In froher Gemeinschaft begleiten wir das Spiel. – Eine Spur Gottes für mich, einfach einmal ausgetretene Pfade zu verlassen und sich auf etwas Neues und Ungewohntes einzulassen. Und das nicht nur in der Zeit der Fußballeuropameisterschaft.
    Sich einfach mal einlassen - 15.06.2016
  • Wir saßen abends mit einigen guten Bekannten zusammen. Als wir uns zuprosten wollen, bat uns ein junger Mann kurz innezuhalten. Seine Aufforderung: „Wir stoßen jetzt auf unseren Nachwuchs an, denn wir sind jetzt seit 12 Wochen zu dritt.“ Unsere Freude ist groß. Im weiteren Gespräch heißt es dann: „Wir lassen keine frühgeburtlichen Untersuchungen durchführen. Wir nehmen das neue Leben so an, wie es uns geschenkt wird.“ Für mich eine ermutigende Spur Gottes, denn auch er sagt zu jedem „Du bist wertvoll!“
    Wir nehmen dich an - 08.06.2016
  • Wie nicht selten habe ich mir für den Vormittag einige Besuchstermine vorgenommen. Mit der Bitte „Du Gott meiner Besuche, öffne mir die Türen!“ zog ich los, denn alle Termine waren vorher nicht abgesprochen. Ob bei der Versicherung, bei dem Gespräch mit dem Hausarzt, bei einem Hausbesuch etc. – Überall waren die Türen offen. Ich brauchte nicht lange warten und war in relativ kurzer Zeit wieder draußen. – Mitten in Alltäglichkeiten mache ich die Erfahrung, dass ich begleitet und geliebt bin, dass ich angeschaut werde. Eine Seelendusche am Vormittag. Danke!
    Seelendusche - 01.06.2016
  • Auf jeden schaut Gott mit Liebe - So heißt es im Vorbereitungsgebet für den am Wochenende anstehenden Katholikentag in Leipzig. Diese Beispiel für liebende Augen habe ich in dieser Woche gefunden: –- Ein Vater, der nach einem anstrengenden Tag aufmunternd neben seiner Tochter herläuft, die gerade das Fahrradfahren ohne Stützräder lernt. – Ein Verkäuferin, die geduldig abwartet, bis der ältere Herr sein Geld abgezählt hat. – Eine Krankenschwester, die lächelnd erzählt, dass sie beim Duschenhelfen etwas nass geworden ist. – Ein junges Mädchen, das mir voll Herzlichkeit eine Karte mit folgendem Spruch schenkt: "… weil es dich für etwas Großes gibt." Danke!
    Auf jeden schaut Gott mit Liebe - 25.05.2016
  • Ich kam abends aus einem Konzert und ging in Richtung Auto. Plötzlich spricht mich ein fremdländischer Mann an. Er hatte wohl eine Frage, doch ich kümmerte mich nicht darum und ging einfach weiter. Später bekam ich mit, dass andere Konzertbesucher ihm antworten und in eine Richtung zeigen. Anscheinend suchte er nur nach einer Straße. - Pfingsten: Jesus sagte zu seinen Aposteln: „Er, der Heilige Geist, wird euch eingeben, was ihr im gegebenen Augenblick zu sagen habt, was ihr zu tun habt.“ Ich bitte Gott, er möge mir den Geist der Weisheit schenken, damit ich unterscheiden kann, wo Hilfe benötigt wird und wo nicht.  
    Unterscheidung der Geister - 18.05.2016
  • In den Medien wird von der Verleihung des Karlspreises an Papst Franziskus berichtet. Aus seiner Rede wird u.a. der Satz zitiert: „Ich träume von einem Europa, von dem man nicht sagen kann, dass sein Einsatz für die Menschenrechte an letzter Stelle seiner Visionen stand.“ Für mich ein Traum, der in vielen Situationen noch von der Wirklichkeit entfernt ist. Trotzdem eine Fügung Gottes, dass der Papst genau in der Zeit kurz vor Pfingsten seine Gedanken an uns Europäer richtet. Ich kann nur verstärkt bitten: Komm Heiliger Geist in unser aller Herz und lass uns nicht müde werden, uns für die Menschenrechte einzusetzen, im Großen wie im Kleinen. Der Heilige Geist hat noch viel in Bewegung zu bringen.  
    Karlspreis - 11.05.2016
  • Wir besuchten in einem Kurort eine Ausstellung, die sich mit dem „Allerweltsrohstoff“ Salz/Sole beschäftigt. Fragen wie „Woher kommt die Sole?“ und „Wie wird aus der Sole Salz?“ wurden aufgegriffen. Was ich bis dahin nicht wusste, war, dass es bis zur Industrialisierung unendlich mühselig war, Salz aus Sole zu gewinnen. Salz wurde deshalb auch zu dieser Zeit als „wertvolles Gold“ bezeichnet. Mir kam die Aussage Jesu in den Sinn: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Wir als „Salz der Erde“ so wertvoll wie Gold? – Jedes Mal, wenn ich jetzt den Salzstreuer in die Hand nehme, spüre ich dem Gedanken nach: Ich bin für den Gott meines Lebens so wertvoll wie Gold. Eine liebende Zusage zum „Vatertag“. (Trotz dieses Gedankens habe ich bisher noch nichts versalzen!)  
    Wertvoll wie Gold - 04.05.2016
  • Mitte der Woche habe ich eine verlängerte Mittagspause genutzt und bin mit meinem Hund durch den Wald marschiert. Wunderschöner Sonnenschein, die Blätter wagen sich hervor, Vogelkonzert, und dann plötzlich von etwas weiter weg die Stimmen von Kindern. Die Kinder eines Kindergartens waren offensichtlich auch unterwegs. Sehen konnte ich sie noch nicht, wohl aber war ihr fröhliches Geplapper zu hören, das auf einmal in Singen mündete. „Du gibst uns die Sonne , alles kommt von dir. Darum danken wir, dir, lieber Gott dafür!“ Unwillkürlich summte ich mit, kenne ich das Lied doch schon seit vielen Jahren. Mittlerweile war ich bei der Gruppe angekommen. Großes Hallo, ein Hund, der gerne alle vorsichtigen Streicheleinheiten annahm. „Wie heißt der?“ „Ole.“ Der kleine Knirps grinste mich an und fing dann an zu singen: „Du gibst ihr den Ole, alles kommt von dir“, der Rest der Truppe fiel begeistert und lautstark ein.  
    Alles kommt von dir - 27.04.2016
  • Ich war zur Teamsitzung ins Pfarrbüro eingeladen. Die Tür wurde von einem jungen Mann geöffnet. Er stellte sich als Praktikant vor und erzählt weiter: „Ja, auf der Suche nach einer Praktikumsstelle hat der Pastor mir angeboten, das Leben als Priester kennenzulernen. Und dieses Angebot habe er angenommen.“ Der junge Mann ließ sich von Gott führen und hatte keine Berührungsängste. – Eine Spur für mich: um Gott kennenzulernen, muss ich mich von ihm berühren lassen.  
    Sich berühren lassen - 20.04.2016
  • In dieser Woche gibt es im Fernsehen u.a. eine Dokumentation zum Thema „Die Unsterblichkeitsformel“. In der Sendung werden u.a. Humanbiologen, Philosophen, Soziologen und Anthropologen befragt: „Ist ewiges Leben überhaupt möglich?“ Der Mensch unternimmt wohl eine ganze Menge, um dem sicheren Tod zu entkommen. - Wie tröstlich sind für mich die Spuren von lieben Verstorbenen die aus der Haltung lebten: „Wir sind von Gott umgeben auch hier in Raum und Zeit und werden in ihm leben und sein in Ewigkeit.“ - Sie gaben an uns ihre Osterhoffnung weiter.  
    Der Kampf gegen die Endlichkeit - 15.04.2016
  • Jetzt, wenn es wärmer wird, habe ich Lust in unserem Garten zu arbeiten. Was mich fasziniert ist, dass sich bei manchen Blumen unter den verdorrten, vertrockneten und abgestorbenen Blüten, dicke grüne Knospen zeigen. Als würden sie nur auf die Sonne warten ,um sich zu entfalten. Mit der Wärme in Gottes Schöpfung entfaltet sich neues Leben. Ich bitte um die Erfahrung, dass Gott an meiner Seite ist und bei mir neues Leben zum Wachstum bringt.  
    Verdorrt, vertrocknet, abgestorben - 06.04.2016
  • Die Emmaus-Jünger machten u.a. die Erfahrung, dass Christus mit ihnen des Weges ist, zuhört und ihre Sorgen teilt. Er ist an Ihrer Seite. Eine Spur, die mir Vertrauen schenkt in der aktuellen Situation in meiner Familie: Mein Schwager liegt im Sterben und ich kann nur beten: „Lass uns wie die Emmaus-Jünger erkennen und spüren, dass du ihn, seine Familie und uns in dieser leidvollen Situation begleitest.“  
    Wegbegleiter - 30.03.2016
  • Im Gottesdienst sangen wir das Lied: „ Ich glaube an den Vater,…..der uns mit seiner Liebe in seinen Händen hält…“ Diese Erfahrung machte ich in den letzten Tagen. Ich besuchte nämlich einen Bekannten im Krankenhaus, der vor einer Operation stand. Da er gesundheitlich sehr eingeschränkt ist, kann er weder telefonieren noch den Schwestern schellen. Neben ihm lag ein junger Mann, der wie ganz selbstverständlich seine Unterstützung anbot. – Für mich eine Spur vom Gott unseres Lebens, dass er uns besonders im Leid mit seiner Liebe in seinen Händen hält.  
    In seinen Händen - 23.03.2016
  • Ich war beim Schlüsseldienst und musste noch etwas warten. Die Käuferin vor mir zeigte plötzlich auf ein Kistchen mit kleinen Perlen, die wie ein Auge aussahen. „Ich möchte zwei mitnehmen!“, verlangte sie. Auf die Frage Ihrer Begleiterin, was sie mit diesen Anstecknadeln machen möchte, antwortete sie:  „Ich stecke sie an den Kinderwagen. Sie sollen den bösen Blick von meiner Tochter abwenden.“ Zuerst war ich irritiert und sehr erstaunt, doch dann kam mir in den Sinn, einfach in diesem Augenblick meine Kinder dem gütigen Blick Gottes anzubefehlen. Danke für die Spur.  
    Der Blick - 16.03.2016
  • Die täglichen Berichte von den Flüchtlingsschicksalen an den Grenzen Europas übermittelt mir ein Gefühl des Chaos, der Ausweglosigkeit, der Unmenschlichkeit. Da hinein lese ich gerade die Aussage: „Gott ist ein Gott der Treue, er lässt jeden einzelnen in seiner größter Not und Dunkelheit nicht im Stich. Er leidet mit.“ Diese Erfahrung des Mitgehens in ausweglosen Situationen habe ich in meinem kleinen Leben erfahren und bin dafür unendlich dankbar. Jetzt spüre ich als Spur Gottes seine Aufforderung: Vertraue mir, ich leide wirklich mit allen Flüchtlingen. Mein Sohn trägt alles mit auf seinen Schultern  
    Ausweglos - 09.03.2016
  • Wir saßen mit unserem Pastor zusammen und überlegen, welche Aktivität wir für unsere Marienkapelle im Rahmen des spirituellen Sommers anbieten könnten. Wir tugen die verschiedensten Gedanken zusammen. Plötzlich stand die Idee im Raum, einen Pilgerweg „zum Krug des Vertrauens“ zu gestalten. Der Krug ist u.a. ein Symbol in unserer Kapelle. Maria soll wie bei der Hochzeit zu Kana Jesus bitten, unser Wasser des Lebens anzunehmen und zu wandeln, nach dem Text auf einer Karte: „Vielleicht geschieht ja ein Wunder, wenn wir das Wasser unseres Lebens in den Krug des Vertrauens geben und Jesus Christus Wandlung zutrauen.“ Ich bin dankbar für die Spur und für die Erfahrung, dass im Gespräch eine Quelle des Lebens anfing zu sprudeln.  
    Alle meine Quellen entspringen in dir - 02.03.2016
  • Ich gehe an einem herrlich kalten und verschneiten Tag zügig durch den Wald. Plötzlich fängt ein Vogel an zu „schimpfen“, als wollte er all seine Artgenossen warnen, dass ein Mensch in der Nähe ist. Mir kommt der Gedanke, als würde der Vogel auch mit mir schimpfen und sagen: „Stopp, lauf nicht so schnell, halt an, schau dich um und genieße die Natur! Es ist eine Spur, die dir der Gott der Schöpfung heute schenken möchte.“ Und wirklich, ich bleibe immer wieder stehen und entdecke plötzlich herrliche Bilder, z.B. dick verschneite Äste, auf die die Sonne fällt. Bilder, die noch lange nachklingen.  
    Stopp - 24.02.2016
  • Aus den Nachrichten der letzten Tage bleiben mir u.a. die Bilder hängen, wo meterweise aufgerollter Stacheldraht darauf wartet als Grenzzaun aufgestellt zu werden. Ich kenne noch bei mir das besorgte Gefühl, als in Berlin am 13. August 1961 die Mauer errichtet wurde. Was empfinden wohl die Flüchtlinge, deren Weg plötzlich am Stacheldraht endet? – Solidarität als verbindende Einheit erlebte ich gestern Abend in unserer Kirchengemeinde. nterschiedlichste Verbände trafen sich um ihre Unterstützung beim ersten gemeinsamen Treffen von Asylanten und der Bevölkerung anzubieten. Für die rund 100 Flüchtlinge ist ein gemeinsames Treffen in den kirchlichen Räumen bei Kaffee und Kuchen geplant. Die verschiedenen anwesenden Verbände sagten spontan ihre Mithilfe zu. Selbst die Messdiener übernahmen eine Aufgabe. Sie wollten sich um die Kinder kümmern. Der Abend war für mich eine Spur Gottes und zwar dafür, dass das Existieren von christlichen Seelen in Europa keine leere Worthülse ist.  
    Ein anderer Ansatz - 18.02.2016
  • Fastenzeit oder Freiheit statt Abhängigkeit – Den Aschermittwoch nehmen viele Menschen zum Anlass, kürzer zu treten. Viele überdenken und ändern Ihre Lebensweise in den nächsten sechs Wochen bis Ostern, verzichtet für Tage oder gar Wochen freiwillig auf feste Nahrung und Genussmittel wie Kaffee, Zigaretten und Alkohol. Sie möchten Ihren Körper entgiften. – Ich stelle mir die Frage, welche Gewohnheiten möchte ich verändern, Gewohnheiten von denen ich nicht loskomme, wie z.B. „auf die Palme gehen“ in Situationen, die mich immer wieder ärgern. – Gott läd mich in den nächsten Wochen ein, frei zu werden von Verhaltensweisen, die sich eingeschlichen haben. Zu entgiften. Ein herausforderndes Übungsfeld.  
    Fastenzeit oder Freiheit - 10.02.2016
  • Karneval verbindet in diesen Tagen verschiedenste Menschen und verschiedenste Generationen. Miteinander wird gelacht, geschunkelt, gesungen, sich gefreut. Bei den Tänzen, Gesängen, Büttenreden etc. erlebe ich vollkommen neue Begabungen von mir bekannten Personen, Seiten, die ich bisher noch nicht erlebt habe. - Mir kommt es vor, als hörte ich den Gott des Lebensfreude zu den Jecken sprechen: „Gut, dass du da bist. Hab‘ Mut und lebe deine Talente, auch dann, wenn der Alltag nach Aschermittwoch wieder zurückkehrt. Sei gewiss, ich freue mich an dir.“.“  
    Helau, Alaaf - 03.02.2016
  • Eine Teambesprechung war angesagt. Ich brachte drei Themen mit, die zu überlegen waren, und zu denen ich gerne zu Lösungen kommen wollte. Plötzlich finden sich im Gespräch recht konkrete Schritte. Auf dem Nachhause-Weg überlegte ich: Was ist heute für ein besonderer Tag, dass das Gespräch so konstruktiv verlief. Und die Antwort kam abends im Gottesdienst am 23.01.16. Hier wurde über den folgender Satz aus der Lesung gepredigt: „Heute ist ein heiliger Tag zu Ehren Eures Herrn Jesus Christus.“ Es ist für mich eine überraschende Spur Gottes, dass er Wege, die sich öffnen, mitgeht. Er vermittelt mir zu Beginn von 2016 die Zusage: „Habe Mut und Vertraue auf mein Mitgehen. Ich bin an deiner Seite.“  
    Überraschung - 27.01.2016
  • Wir besuchten das Konzert „The Cavern Beatles – Live from Liverpool“. Wie ich den Besucher ansah, waren hauptsächlich Einzelne oder Paare im Alter von 55 Jahren bis 75 Jahren vertreten. Das Konzert begann. Je länger wir zuhörten, umso mehr veränderte sich das Verhalten der Zuhörerschaft. Während anfänglichen der Takt mitgeklatscht wurde, standen immer mehr Teilnehmer bei den Liedern auf, bewegten sich zur Musik, tanzten wie wild, schunkelten. Hier spielte das Alter absolut keine Rolle mehr. Paare sahen sich bei bestimmten Liedern an, als wollten Sie sich mitteilen „Weißt du noch…“. Ich hatte das Gefühl, als knüpfte jeder Zuhörer an ein altes Lebensgefühl an. - Das begeisterte Miteinander war für mich eine Spur von dem, was sein kann, wenn der Himmel die Erde berührt.  
    Lebensgefühl - 20.01.2016
  • "Gutmensch" wurde als das Unwort des Jahres 2015 gewählt. Als „Gutmenschen“ beschimpfte man gerade 2015 diejenigen Menschen, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder die sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen. In diesem Zusammenhang ist für mich eine Mut machende Spur, dass am Wochenende die vier Bischöfe der großen Kirchen in Baden-Württemberg die Menschen zur Beteiligung an einer Kundgebung aufrufen. Die Kundgebung steht unter dem Leitwort. „Wir sind die Vielen, die zusammenhalten gegen Rassismus und Gewalt in unserem Land“. (am 16. Januar 2016 in Stuttgart)  
    Gutmensch - 13.01.2016
  • „Die Deutschen haben noch nie so viel gespendet“ - diese Aussage einer wissenschaftlichen Erhebung habe ich konkret erfahren. Hier die Antwort eines Apothekers, den ich bat, die Rechnung (500,–€) für eine ältere Dame, die im Seniorenheim lebt und monatlich für ihre privaten Ausgaben mit ca. 100,– € auskommen muss, in möglichst kleinen Raten (25,– €) abzubezahlen: „Ich danke für das Angebot, die Summe in kleinen Raten abzutragen. Als langjähriger, lieber Kundin der X-Apotheke möchte ich Frau Sch. danken und verzichte hiermit auf weitere Zahlungen, da ich das Glück habe, Müßiggang und Schlendrian genießen zu dürfen. Das Konto ist somit glatt gestellt – mit einer Bitte: Sie möge diese neue finanzielle Freiheit nutzen, um (eine) Spende(n) in ihrem finanziellen Rahmen und nach ihrem Empfinden an das Hospiz zu geben.“ - Eine Spur am Dreikönigstag: Der Apotheker hat sich vom Stern der Liebe führen lassen. Danke, du Gott unserer Sorgen, für diese Haltung der BarmHERZigkeit. P.S. Ich habe ebenfalls eine kleine Spende an das Hospiz überweisen können.  
    Sterndeuter - 06.01.2016
  • In einem Zeitungsartikel heißt es, dass man Glück erlernen kann. Psychiatrie-Patienten erfahren die Heilkraft der Musik, Depressive werden mit Genusstraining therapiert. Um das Leben wirklich wertzuschätzen, müssen wir es fühlen, schmecken, hören, tasten und riechen. - Könnte ich „erfüllter leben“ oder die Wertschätzung Gottes bewusster erfahren, wenn ich versuche, Gottes liebende Spuren z.B. im Fühlen oder im Hören zu entdecken? Ein Vorsatz für 2016!  
    Erfüllt leben - 30.12.2015
  • In einem Zeitungsartikel heißt es, dass man Glück erlernen kann. Psychiatrie-Patienten erfahren die Heilkraft der Musik, Depressive werden mit Genusstraining therapiert. Um das Leben wirklich wertzuschätzen, müssen wir es fühlen, schmecken, hören, tasten und riechen. - Könnte ich „erfüllter leben“ oder die Wertschätzung Gottes bewusster erfahren, wenn ich versuche, Gottes liebende Spuren z.B. im Fühlen oder im Hören zu entdecken? Ein Vorsatz für 2016!  
    Erfüllt leben - 30.12.2015
  • Während ich im Wohnzimmer lese, schaue ich hin und wieder nach draußen. Plötzlich bricht ein Lichtstrahl durch die Wolken, es zeigt sich ein Stückchen blauer Himmel.Ich werde an das Lied erinnert „O Heiland, reiß die Himmel auf, … reiß ab wo Schloss und Riegel für“. Eine Spur? Wo erlebe ich die Botschaft, dass Schloss und Riegel abgerissen werden, und Herzen sich öffnen? - Ich werde an einen Besuch bei einem 18jährgen Mädchen erinnert. Freudestrahlend erzählte sie mir, dass ihre Mutter sie zum ersten Weihnachtstag eingeladen hat. Vor 6 Wochen sah das noch anders aus. Da klagte sie mir noch ihren dicken Zoff mit der Mutter und dass sie Weihnachten alleine sei. Der Weg auf Weihnachten zu schafft Durchbrüche und öffnet Herzen heute wie vor 2000 Jahren.  
    Durchbruch - 23.12.2015
  • Zig Fans sind überglücklich, dass der Star-Wars-Film endlich im Kino läuft. Reklame ist genug gemacht, Fanartikel sind genau passend zur Weihnachtszeit auf dem Markt, die Produzenten rechnen insgesamt mit 20 Milliarden Umsatz.- Mir kommt der Gedanke, dass der Ausdruck „das Erwachen der Macht“ auch auf die Geburt Christi passen würde. Welche Spur von ihm kann ich verlebendigen, damit seine „Macht der Liebe“ spürbar wird. Vielleicht schreibe ich "Macht der Liebe" als Maßstab für mein Verhalten auf einen Zettel, lege diesen in die Krippe und bitte um Unterstützung bei der Umsetzung.  
    Star Wars – Das Erwachen der Macht - 16.12.2015
  • Ich bekam heute einen Link geschickt. Beim Öffnen erschien das Deckenfresko aus der Sixtinischen Kapelle in Rom: „Die Erschaffung des Adams“. Doch das Fresko war animiert. Gottvater bewegte seine Hand und krault liebevoll und zärtlich die Hand von Adam. - Mir kam der Gedanke, Gott möchte nicht nur Adam, sondern uns allen seine zärtliche Nähe schenken. Diese Zärtlichkeit besonders im Advent zu entdecken, könnte eine Botschaft sein. Heute entdeckte ich diese Zärtlichkeit z.B. in der frischen Luft, die mir einfach nur guttat, als ich morgens zum Brötchenholen fuhr, oder in dem lieben Kartengruß einer Freundin.  
    Zärtlichkeit - 09.12.2015
  • Ich höre in den Nachrichten immer wieder Bericht über den „Pflegenotstand“ in Krankenhäusern und Seniorenheimen. Konkret erlebte ich einen emotionalen Pflegenotstand vergangene Woche in einem Seniorenheim. Hier besuche ich in unregelmäßigen Abständen eine ältere Dame. Sie ist körperlich eingeschränkt, doch geistig ganz aufgeschlossen. Sie formulierte diesmal im Gespräch eine Sehnsucht nach Gesprächsaustausch: „Das Schwierigste hier ist es zu akzeptieren, dass ich mit keinem z.B. über politische Ereignisse sprechen kann. Ich bin mit meinen Gedanken, Sorgen und Fragen allein gelassen.“ Ich hörte ein Bedürfnis heraus auch im Alter – ob gesund oder krank, mit den eigenen Empfindungen nicht allein gelassen zu sein. – Das war eine Spur und ein Hinweis für mich, regelmäßiger im kommenden Jahr diese Dame zu besuchen, mehr Zeit zu investieren, um das Jahr der Barmherzigkeit lebendig werden zu lassen. Konsequenz: Ich trage mir feste Termine für den Besuch in den Kalender 2016 ein. – Dann lese ich sonntags eine interessante Aussage in der Zeitung: „Hilfsbereitschaft dient der eigenen Gesundheit und dem Wohlbefinden.“  
    Pflegenotstand - 02.12.2015
  • Ich bin immer wieder dabei, innerhalb des Hauses etwas zu verändern. Diesmal sind es die Gardienen. Alte aus dem Wohnzimmer, die ich vor einem Jahr in einen Karton verpackte, möchte ich in den Fernsehraum hängen. Ich meinte, den Gardinenkarton sofort greifen zu können, doch das war ein Irrtum. Ich suchte und suchte und fand ihn einfach nicht. Ich gab irgendwann das Suchen auf. Jetzt, als ich die Adventsdekoration vom Boden holte, fiel mir ein Paket ins Auge, darauf stand „Gardinen“. Und wirklich, es war das vermisste Paket. – Mir fällt dazu eine Parallele im Blick auf den Glauben ein: Ich frage mich schon manchmal, ob Gott tatsächlich meinen Weg mitgeht. Und ich stehe in der Versuchung, die Suche nach seiner Nähe, etwa im Gebet, aufzugeben. So spornt mich die adventliche Gardinen-Suche an, mit der Gott-Suche nicht aufzuhören.  
    Verloren? - 25.11.2015
  • Alle 3 Sekunden starb im Zweiten Weltkrieg ein Mensch. Diese Aussage hörte ich am Volkstrauertag. Gedanken, die sofort aufkamen: Wieviel Menschen lassen wohl augenblicklich pro Stunden in den Kriegsgebieten der Erde ihr Leben? Dann die aktuelle Meldung: 129 Menschen wurden am Freitag in Paris durch Terroranschläge innerhalb kürzester Zeit getötet. „Die Stadt des Lebens erlebte einen Angriff auf ihre Art zu leben“, hieß es u.a. in den Nachrichten. Ich bin sprachlos. Mir fällt  das Lied ein: „Gib uns Frieden jeden Tag, lass uns nicht allein… denn nur du, unser Got,t hast die Menschheit in der Hand, lass uns nicht allein!“ Eine Spur für mich, diese Bitte besonders am heutigen Buß- und Bettag erneut in Gottes Hand zu legen und um Umkehr und Neuorientierung zu bitten.  
    Alle 3 Sekunden - 18.11.2015
  • „Hinter jeder Tür wartet eine Spur Gottes“ – diese Aussage begleitete mich, als ich die nähere Nachbarschaft zum Kaffee einlud. Alle – auch die neu Zugezogenen – sagten spontan zu und freuten sich. Bei der Kaffeetafel fand ein reger Austausch statt und wir lernten uns etwas näher kennen. So unvoreingenommen ich bei der Einladung an den verschiedensten Haustüren schellte, so unvoreingenommen erwarte ich nicht immer hinter jeder Tür eine Spur Gottes. Manchmal wird mein Blick durch Vorurteile beeinträchtigt. – Die Erfahrung nehme ich als Hinweis an mich, in den nächsten Wochen einfach offener zu sein für das, was mich wirklich hinter den Türen erwartet. Ich las gerade, dass früher der Martinstag zugleich der letzte Tag vor einer sechswöchigen vorweihnachtlichen Fastenzeit war. Also ist mein „Fastenziel“, auf Vorurteile zu verzichten.  
    Hinter jeder Tür wartet eine Spur Gottes - 11.11.2015
  • Wir wurden heute an „Allerheiligen“ von unserem Pastor aufgefordert, bis zum 01.11.2016 unsere Beiträge für die Akte „heilig“ im Pfarrbüro abzugeben. Immer wenn wir etwas Positives erfahren, lesen oder wahrnehmen, soll dies aufgeschrieben werden. Hintergrund ist: Wir hören oft in den Nachrichten nur noch Katastrophenmeldungen. Mit dem Blick auf das Lebenswerte möchte unser Pastor für eine Kultur des Lebens sensibilisieren. Denn Christus wollte eine Kultur des Lebens. Eine Spur, die mich sofort ansprach und die ich gerne auch für den „Hausgebrauch“ weitergeben möchte. Schreiben Sie für sich doch auch eine Akte „heilig“! Selbst der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Meinen ersten Beitrag habe ich heute per E-Mail abgeschickt.  
    Akte „heilig“ - 04.11.2015
  • Unsere lieben Verstorbenen sind nicht einfach weg. - Eine Bekannte erzählte mir von Schwierigkeiten am Arbeitsplatz. In dieser Situation spüre sie aber, wie ihre Freundin, die im Sommer verstarb, ihr schützend und begleitend vom Himmel aus zur Seite stehe. Ihre feste Überzeugung: „Sie achtet vom Himmel aus auf mich!“ – Unsere lieben Verstorbenen sind also nicht einfach weg. Ich wurde an die Aussage erinnert: „Es ist die Zärtlichkeit der Toten, die uns Gnade erflehen und göttlichen Schutz.“ (Adalbert Ludwig Balling). Es ist eine Spur Gottes für mich, dass diesseits und jenseits eine Einheit bilden.  
    Verstorbene sind nicht weg - 28.10.2015
  • Ich ging mit einem Bekannten vom Arzt. Unterwegs brach sein Kreislauf immer wieder zusammen. Er musste sich an der Hauswand oder am Geländer festhalten. Wir gingen an der Fußgängerzone vorbei, und ich hatte den Eindruck, dass wir beobachtet werden. Als ich den Parkschein zog, kam ein Mann auf mich zu und fragte: „Kann ich Ihnen helfen?“ Ich sah in sein Gesicht und spürte im ersten Augenblick keine Sympathie. Trotzdem war ich froh um seine Unterstützung. Wir begleiten gemeinsam meinen Bekannten zum Auto. – Ich dachte im Nachhinein: Das war ein deutlicher Hinweis von oben. Der erste Eindruck eines Gesichtes sagt nicht immer etwas über das Herz aus.  
    Das Gesicht - 14.10.2015
  • Neben den Themen VW, Flüchtlingsproblematik, Israel u.a. wird im Fernsehen auch kurz über die Eröffnung der Bischofssynode zum Thema Ehe und Familie berichtet. Meine Frage ist: Wie kann es gelingen, den Menschen zu vermitteln, dass Gott uneingeschränkt Ja sagt zu den verschiedensten Lebenssituationen des Menschen. Er sagt Ja auch zu den gelungenen und gescheiterten Lebensentwürfen. Oder wie heute in der Zeitung die Aussage von Kardinal Reinhard Marx zitiert wird: „Wir werden daran arbeiten, dass die Menschen erfahren, dass die Kirche ganz zu ihnen steht.“ – Ein Hinweis für mich, jetzt noch verstärkter um den Geist der Weisheit zu beten.  
    Bischofssynode - 07.10.2015
  • Ich ernte die Weintrauben in unserem Garten, und in diesem Jahr gibt es wirklich viele. Bevor ich die Früchte abschneide, fühle ich nach, ob sie reif sind. Einige Trauben probiere ich vorher, denn nicht alle haben das gleiche Reifungsstadium. Die Sauren muss ich wirklich ausspucken, sie schmecken einfach nicht. Dabei kommt mir der Gedanke, dass meine Persönlichkeit auch unterschiedliche Seiten hat. Ich weiß, dass ich manchmal auch für meine Umgebung „ungenießbar, sauer“ bin. - Und ich denke daran, dass Gott auch Ja sagt zu mir, egal welche Seite ich lebe. Er bejaht mich nicht nur mit meinen „reifen“ Seiten. Danke!  
    Früchte - 30.09.2015
  • „Tausende Kartons, Hunderte Helfer, 11.000 Quadratmeter: Die Kleiderkammer für Flüchtlinge in Hamburg ist eine riesige private Hilfsaktion“, so heißt eine Überschrift im Nachrichtenblock. Eine Kleiderkammer die funktioniert, weil viele Spender Sachen vorbeibringen und zig Ehrenamtliche Zeit, Kraft und vielleicht auch Nerven bei der Verteilung einsetzten. Ich danke Gott, dass sich so viele Herzen überall ansprechen lassen und so für mich ein „erfrischender Wind“ spürbar wird. - Gott ist auch ein Gott der Heimatlosen.  
    Erntedank - 23.09.2015
  • "Kinder nicht um Gott betrügen" - an diesen Buchtitel wurde ich beim letzten Pfarrfest erinnert. Das Fest war gleichzeitig das Abschiedsfest für unseren Pastor, der jetzt in den Ruhestand geht. Der Pfarrsaal war voller Gemeindemitglieder unterschiedlichsten Alters. Ich saß neben einem jungen Vater und wir kamen ins Gespräch. „Was verbindet Sie mit unserem Pastor?“, war meine Frage. Seine Antwort: „Ich kenne den Pastor von der Erstkommunionvorbereitung. Unser Kind ist davon noch so begeistert und ich wünsche mir, dass unsere Tochter an diese Glaubenserfahrung anknüpfen kann. Ich habe in der Jugend Glaube und Gemeinschaft in der Kirche erfahren und ich wünsche mir auch diese Erfahrung für meine Tochter.“ – Gottes Spur die Mut macht.  
    Kinder nicht um Gott betrügen - 09.09.2015
  • Letztes Jahr wurde unsere Marienkapelle durch Brandstiftung zerstört. Mit viel Unterstützung konnte sie innerhalb eines Jahres wieder aufgebaut werden. Jetzt stehen noch Außenarbeiten an. Um hierfür die finanziellen Mittel zu bekommen ist ein großes Benefizkonzert mit ansässigen Chören geplant. Diese Woche geht es darum die Plakate und Flyer zu verteilen, um auf das Konzert aufmerksam zu machen. Ich bin immer wieder überrascht. Ob beim Bäcker, beim Frisör, in den Apotheken oder den Tankstellen – überall bekomme ich die Rückmeldung: „Ach ja, die Kapelle kennen wir, gerne hängen wir die Werbung auf!“ Mir wird ganz deutlich, dass der Wiederaufbau eines heiligen Ortes wirklich „keine Verschwendung“ ist.  
    Keine Verschwendung - 02.09.2015
  • Wir sitzen mit mehreren Bekannten zusammen. Unwillkürlich tauschen wir uns über die unbegreifliche Flüchtlingswanderung aus. Unterschiedliche Meinungen werden vertreten. Von: „Wir haben viele leerstehende Zimmer und könnten manchen aufnehmen“ bis „Viele wollen doch nur unser Sozialsystem ausnutzen…“ Abends denke ich: Es ist bestimmt vom Heiligen. Geist eingegeben, dass der der Papst bei der augenblickliche Flüchtlingsbewegung das Jahr der Barmherzigkeit ausruft. Und dieses Jahr fängt nicht erst am 08.12.2015 an.  
    Jahr der Barmherzigkeit - 26.08.2015
  • Wir besuchten ein Chorkonzert. Fasziniert hörten wir den vorgetragenen Stücken zu, doch am meisten beeindruckte mich der Dirigent. Ein junger Mann, der ohne Starallüren auf einer ganz natürlichen, frohen und begeisternden Art den Chor motivierte. Seine Art wirkte ansteckend. Wer ist dieser Dirigent? Als ich abends seinen Namen in Google eingab, konnte ich nachlesen, dass er dankbar ist, dass seine Eltern ihn immer gefördert haben: „Ich habe das gemacht, was ich wollte, und meine Eltern ließen es zu, ich durfte meinen Weg gehen.“ Leistungen und gute Noten waren hier wohl nicht das primäre Ziel, sondern das Wohl des Kindes. Für mich eine Mut machende Spur Gottes - jetzt zum Beginn des neuen Schuljahres.  
    Entdecke, was in dir steckt - 19.08.2015
  • Seit Anfang des Jahres organisierte ich eine Wallfahrt. Ab Mai war der Bus ausgebucht. Immer wieder bekam ich Anrufe von Interessenten. 10 Personen standen auf der Warteliste, doch der Busunternehmer machte mir wenig Hoffnung, dass ein größerer Bus frei werde. Somit sammelte ich nur die Namen und dachte: „Wenn es Gottes Plan ist, dann ändert sich die Situation“. Als ich heute Morgen – 14 Tage vor der Wallfahrt – beim Busunternehmen anrief und nochmal nach einem größeren Bus fragte, hieß es: „Ich könnte ihnen einen 60-er-Bus anbieten.“ Was freuten sich die wartenden Wallfahrer, als ich mich meldete und ihnen ihr Mitfahren können mitteilte! Für mich war das seine Spur.  
    Er geht mit - 12.08.2015
  • In unserer Stadt begann der Kultursommer mit einer langen Essenstafel. Die Bevölkerung war eingeladen, an langen Gartentischen ausgefallene Speisen zu sich zu nehmen. Das Angebot wurde so stark angenommen, dass zwischenzeitlich kein Platz mehr zu bekommen war. Als wir am späten Abend an der Tafel entlangspazierten, wurden wir immer wieder von Bekannten ins Gespräch gezogen. Wir kamen nur langsam vorwärts. Mir kommt der Gedanke: „Essen allein genügt nicht, das Gespräch, der Austausch ist wichtig!“ – So wird die ganze Aktion für mich zu einem Gleichnis für das große Mahl im Reich Gottes, von dem in der Bibel die Rede ist.
    Austausch - 05.08.2015
  • Gesichter der Flucht sind in dieser Woche auf der Spiegelausgabe abgebildet. Was die Flucht für den Einzelnen bedeutet, kann nur erahnt werden: Wegen Krieg, Verfolgung, Armut nehmen die Menschen den Wegzug aus der Heimat, das Verlassen der Freunde und der Familie, die Strapazen der Flucht etc. auf sich. - Ich frage mich, welche Botschaft Gott uns durch den nicht endenden Flüchtlingsstrom und das oft aggressive Reagieren darauf mitteilen möchte. Wo und wie sollen wir umkehren?
    Gesichter der Flucht - 29.07.2015
  • Nichts geht mehr. Ich sitze im Wohnzimmer und will mich nicht mehr bewegen. Die Hitze lähmt jegliche Aktivitäten und fördert die Sehnsucht nach Ruhe, nach Nichtstun. - Nichtstun: Vielleicht sind die 34 Grad ja Hinweis einer „Spur“ von oben: Einfach im Alltag immer wieder eine Auszeit einlegen. Mich von allen Aktivitäten und Anforderungen frei machen und einfach im Nichtstun da sein, entschleunigen. - Ich darf auch vor Gott – ob aktiv oder passiv- einfach Dasein.
    34 Grad - 22.07.2015
  • Mein Mann lag einige Wochen im Krankenhaus. Krankheitsbedingt war die Pflege nicht immer einfach. Trotzdem machte ich die Erfahrung, dass die Krankenschwestern meinen Mann geduldig begleiteten und ihn durch aufmunternde Worte oder eine nette Geste unterstützten. - Sie waren für mich Boten einer noch größeren Unterstützung: Ob gesund oder krank, jeder ist für IHN wichtig. Danke!  
    Würde - 14.07.2015
  • Bei uns in der Stadt wird seit Wochen an Verkehrsknotenpunkten gebaut. An zwei Stellen sind Kreisverkehre geplant. Dafür wurde die Fahrbahndecke aufgerissen, Rohre verlegt etc. Mich erstaunt, dass trotz diesem Chaos hinterher Fahrbahn und Bürgersteige wieder genau passen, Stolperfallen gibt es nicht. Eine wirklich beeindruckende Ingenieurleistung. – An diese Straßenbaustelle werde ich oft erinnert, wenn ich augenblicklich die Nachrichten höre. Bei wie vielen Ereignissen habe ich das Gefühl, die Ordnung ist vollkommen durcheinander geraten. Ich kann nur vertrauen, dass Gott als „Weltingenieur“ den vollkommenden Überblick behält – und die Menschen das ihre dazu leisten.  
    Baustellen - 08.07.2015
  •  Ich führte einen neuen Mitarbeiter in meine Arbeitsgebiete ein. Immer wieder spürte ich, wie sich unsere Arbeitsstile unterscheiden. In manchen Situationen wurde ich innerlich ganz unruhig und musste mich zwingen, nicht mit Vorschlägen einzugreifen. Irgendwann kam mir der Gedanke: „Versuch doch einfach einmal die Blickrichtung zu verändern und greife auf den positiven Ansatz zurück. Suche die Begabungen bei dem neuen Mitarbeiter, entdecke sie! “ – Das war eine gute Eingebung und Spur! Danke!  
    Die Blickrichtung wechseln - 01.07.2015
  • Ich nahm an der Beerdigung einer 98 Jahre alten Bekannten teil. In der Friedhofskapelle waren wirklich nur eine Hand von Personen anwesend, die Abschied nahmen. Mir wurde deutlich: Niemand kannte sie, denn nur 2 Aussagen über ihr Leben konnte der Pastor aufgreifen: „Ihr Mann verstarb vor 3 Jahre.“ Und: „In der letzten Zeit wurde sie barmherziger.“ Über ihre Wünsche, ihre Sehnsüchte, ihre Verwundungen, ihre Freuden, ihre Einsamkeit ist nichts bekannt. Der Pastor griff trotzdem sehr sensibel diese Situation auf. Dabei verwendete er unterschiedliche Aussagen: „Ich bin dein guter Hirte“ oder „Dein Name ist in meine Hand geschrieben, denn ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Ich kenne dich, nichts geht verloren. Ich habe dich immer gesehen“. - Es ist egal, wie groß die Beerdigung ist. Die Botschaft bleibt: Er sieht mich, er kennt mich und ich bin ihm wichtig. Eine für mich tröstliche Beerdigung!  
    Mein Name - 24.06.2015
  • Ich hänge ein Bild von der Wand, das mich jahrelang beruflich begleitete. Skizzenhaft sitzen Menschen in einem Boot, die Wellen schlagen rundherum und am Ende der kleinen „Nussschale“ ist ein helles Gesicht gemalt. Mich hat dieses Bild immer an das Gleichnis „Der Sturm auf der See“ erinnert.- Wie oft konnte ich auch in den letzten Wochen wieder erfahren, dass bei „stürmischer beruflicher See“ jemand eingriff und für ruhiges Fahrwasser sorgte, z.B.  in einem klärendes Gespräch. Ich spürte, auch Jesus sitzt mit in meinem Boot und will mir mitteilen: „Hab Zutrauen!“ Diese Erfahrung lässt mich oft gelassener nach vorne blicken.  
    Hab Zutrauen - 19.06.2015
  • Nach einem anstrengenden Tag mochte ich abends nur noch Musik hören und nichts mehr tun. Ich wollte es mir gerade im Wohnzimmer gemütlich machen, als das Telefon ging. „Hallo, hier ist Chr. Ich stehe mit meinem Auto vor eurem Haus und würde gerne einfach einmal wieder vorbeikommen. Hast du Zeit?“ Ich sage ja, denn wir wollten uns schon lange treffen, doch immer kam etwas dazwischen. Ich spürte auch, dass ich mich trotz Müdigkeit freute. Was ich natürlich nicht ahnte, war, dass es aus meiner Freundin nur so heraussprudelte. Sie hatte stressige Wochen hinter sich. Nach 3 Stunden fehlte mir die Kraft zum Zuhören. Trotzdem versuchte ich mich zu konzentrieren, denn ich weiß selber, wie es mich innerlich entlastet, wenn ich ein offenes Ohr in Stresssituationen finde. Nach weiteren 30 Minuten verabschiedete sich meine Freundin. Sie war dankbar für die Zeit. - Zur Freundschaft gehört auch Geduld. Sie ist eine Frucht der Heiligen Geistes, um die ich noch öfters bitten sollte, denn Gottes Geist möchte auch in mir Wohnung finden.  
    Geduld - 10.06.2015
  • Fronleichnam? Worum geht es da eigentlich? Und gibt es in meinem Bundesland einen freien Tag? Diese Fragen können auftauchen, wenn das kommende etwas längere Wochenende geplant wird. – Fronleichnam, am zweiten Donnerstag nach Pfingsten ist in einigen Bundesländern ein katholischer Feiertag. Der Geistliche trägt nach dem Gottesdienst die Hostie in einer Prozession durch Straßen und Felder. Christus soll in der Gestalt des Brotes die Felder, die Wälder und Städte segnen. – Wenn ich die Fernsehbilder von zerbombten Städten sehen, dann darf ich dankbar sein für unsere kleine „friedliche“ Stadt. Keine Selbstverständlichkeit für alle. Ich bete gerne am Donnerstag, dass der Friede bleiben möge.  
    Feiertag mit Fragezeichen - 03.06.2015
  • Während der Schwangerschaft werden Mütter oft dazu angeregt, eine genetische Untersuchung durchzuführen, um zu klären, ob ihr Kind gesund ist. Das Risiko ein behindertes Kind zu bekommen, soll möglichst vermieden werden. - Im Sonntagsgottesdienst war vor mir in der Bank ein junges Ehepaar. Liebevoll ging der Vater immer wieder auf die Wünsche seines kleinen Sohnes ein. Mal wurde er in den Arm genommen, dann wieder auf die Schulter gesetzt, damit er alles verfolgen konnte. Als der Kleine sich zur hinteren Bank umdrehte, konnte ich eine geistige Behinderung wahrnehmen. Ich erlebte Eltern, die zu ihrem „Risikokind“ ja gesagt haben. - Ich muss daran denken, wie viele Begrenzungen haben wir alle, keiner ist perfekt. Und Gott teilt die Menschen nicht in Risikogruppen ein. Seine Zuwendung gilt jedem. Danke!  
    Risikokind - 27.05.2015
  • Ich sehe aus dem Wohnzimmerfenster und entdecke dabei eine große Wolke über unserer Stadt. Sie schwebt so ganz langsam am Himmel. Mir kommt in den Sinn, es ist, als würde Gott sagen: „Auch ich sehe deine Stadt, darüber hinaus auch die gesamte Welt. Nicht aufgeben!“ - Ja, vor zwei Tagen war eine dicke Überschrift in der Zeitung: „Die Kirchen verlieren immer mehr an Bedeutung.“ Vielleicht haben wir wirklich verlernt, die Spuren des Geistes Gottes in unserer kleinen und unserer großen Welt zu erkennen und danach zu handeln. So mag ich in diesen Tagen vor Pfingsten beten: „Komm, Heiliger Geist, zeige uns, was du mit uns vorhast und lass die verschiedenen Begabungen in unserer Kirche lebendig werden. Jeder ist ein lebendiger Baustein der Kirche.  
    Wolke - 20.05.2015
  • 17 Kinder aus drei Gemeinden unseres Pastoralverbundes zogen am Sonntag in die Kirche ein. Die Aufregung war spürbar. Ein Lied hatten sie eingeübt, das wir mit unserer Musik-Gruppe unterstützten: "Kommt herein, kommt herein, der Himmel soll heut offen sein, für alle Menschen groß und klein, kommt alle herein!" Zunächst noch etwas zaghaft, aber dann immer mutiger sangen die Kommunionkinder ihr Lied und begleiteten den Text mit Bewegungen. - Beim zweiten Refrain passierte dann etwas, das die leicht angespannte Stimmung löste und in den ganzen Gottesdienst strahlte: Der Himmel öffnete sich, die Wolkendecke riss auf und machte der Sonne Platz, die zu "der Himmel soll heut offen sein" ihre Strahlen durch die bunten Kirchenfenster schickte. Die Sonnenstrahlen waren dann auch als Lächeln auf den Kindergesichtern zu finden und bei vielen, die diesen Gottesdienst mitfeierten. Ein festlicher und fröhlicher Gottesdienst, bei dem spürbar wurde: Hier und jetzt war der Himmel offen!  
    Erstkommunionfeier - 13.05.2015
  • „Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus…“ - Dieses Lied aus meiner Kindheit kam mir in den Sinn, als ich heute Morgen durch unseren Wald lief. Meine Augen waren überwältigt von den plötzlich grün gewordenen Bäumen. Selbst kleine Triebe am Weg zeigten sich mit Buchenblättern. Dann hörte ich plötzlich auch noch einen Specht, wie er am Baum hackte. Was für eine Fülle des Lebens. - Mir war, als wolle Gott mir zurufen: "Mir ist nicht nur die Fülle des Lebens des Waldes und der Tiere wichtig, sondern auch jetzt im Mai das Aufbrechen deiner Lebensfülle." Darum will ich im Mai seine Spuren suchen und vertrauen, dass diese andere Lied stimmt: „Gottes Liebe ist so wunderbar, so wunderbar groß“.  
    Der Mai ist gekommen - 06.05.2015
  • „Die Ärmsten der Armen trifft es.“ So berichten die Journalisten aus dem Erdbebengebiet in Nepal. Erschütternde Bilder von verschütteten Menschen und einer zusammengebrochenen Infrastruktur. Es fehlt an allem. - „Die Ärmsten der Armen trifft es!“, dachte ich auch, als ein Freund mir erzählte, dass seine chronische Krankheit vom Arbeitgeber nicht mitgetragen wird. Er bekommt zu hören: „Die beständige Krankheitsvertretung ist schon eine Zumutung. Durch ihren Ausfall sind sie schon ein sehr teurer Mitarbeiter.“ Was schmerzen solche Sätze, wenn alle Kraft benötigt wird, um zur Krankheit und den damit verbundenen Veränderungen sein „Ja“ zu sagen. - Ich bitte Gott sehr, er möge die Erfahrung in allen „Ärmsten der Armen“ wachsen lassen, dass sein Sohn Jesus Christus jedem „Armen“ seine Zusage gibt: „In meinen Wunden trage ich deine Wunden mit!“  
    Die Ärmsten trifft es - 29.04.2015
  • Ich besuchte einige Menschen in einem Seniorenheim. Eine 90-jährige Frau liegt schon seit Wochen im Bett. Immer wieder hieß es: „Sie schafft das Wochenende nicht mehr.“ Doch diese Aussage hat sich bis heute nicht bewahrheitet. Als ich sie fragte, wie es ihr gehe, antwortete sie knapp: „Gut. Mein Sohn kommt täglich vorbei und besucht mich.“ Dabei leuchteten ihre Augen. Ich kenne den Sohn vom Stadtbild. Für „Normalbürger“ sieht es etwas verlodert und heruntergekommen aus. Nie hätte ich angenommen, dass er täglich ins Seniorenheim geht. Wieviel Zeit und Wertschätzung schenkt er seiner Mutter auf ihrem vielleicht letzten Weg! „Hut ab“.  
    Wertschätzung - 22.04.2015
  • Ich werde jedes Mal, wenn ich die Haustür aufschließe, von den Blumen im Eingang „begrüßt“, die ich im Februar einpflanzte. Nach den frostigen Tagen, hatte ich den Mut, die Pflanzen zu gießen. Mit der Wärme, die sie von der Sonne aufnahmen und durch die regelmäßige Wasserzufuhr, vergrößerten sich die Blüten auf das Doppelte. Sie zeigten immer mehr ihre Schönheit und nehmen jetzt den ganzen Blumentopf ein. – Mir kommt beim Betrachten dieser Entwicklung die Frage: Was sind eigentlich meine Wasserquellen des Lebens, die mich zur Entfaltung bringen? Wie achtsam nehme ich sie – bei allen Aufgaben die ich zu erledigen habe – wahr und wann zapfe ich sie an? Ein guter geistlicher Impuls!  
    Wasser - 15.04.2015
  • Ich las verstärkt über Angriffe auf Flüchtlingsheime. Angriffe, die den Ankömmlingen im Vorfeld schon eine Botschaft des Hasses übermitteln. – „Der Friede sei mit euch!“ oder „Fürchtet euch nicht!“ hören wir dagegen in den Osterbotschaften. Wie aktuell ist diese christliche Haltung auch den ankommenden Flüchtlingen gegenüber! Ich bitte Gott sehr darum, dass der Hass nicht überwiegen möge, sondern die Willkommensbotschaft „Du bist wertvoll in den Augen Gottes!“  
    Hass - 08.04.2015
  • Die Angst des Piloten, dass er wegen eines Augenleidens die Fluglizenz verlieren würde , könnte – so wurde in der letzten Woche spekuliert – der Grund für den absichtlich herbeigeleiteten Flugabsturz der Germanwings Maschine gewesen sein. Heute wird von einer anderen Angst gesprochen: Er sei früher suizid-gefährdet gewesen und zum Zeitpunkt des Absturzes krankgeschrieben gewesen. – Das Gefühl der Angst wird noch mehr die viele Angehörigen ergriffen haben, als sie hörten, dass die Maschine, in dem z.B. ihr Kind saß, abgestürzt war. – Fassungslos lese ich die Nachrichten zu dem Unglück. Ich bitte Gott, er möge die verzweifelten Angehörigen irgendwie spüren lassen, dass er ihnen nahe ist: in Worten des Mitgefühls, in Umarmungen, im stummen gemeinsamen Aushalten..  
    Angst - 31.03.2015
  • Ich kam einige Minuten zu spät zum Gottesdienst. Vom Lied 423 („Wer unterm Schutz des Höchsten steht“) wurde bereits die zweite Liedstrophe mit dem Text gesungen: „.denn seinen Engeln Gott befahlt, zu hüten seine Wege all …“ – „Engel“ -  ging es mir durch den Kopf. Wo habe ich sie durch Menschen als ein Gruß Gottes erfahren? Mir fallen spontan verschiedene Engel ein: Engel der Freundschaft, Engel der Offenheit, der Vertrautheit, Engel des Zuhörens, Engel des Nachfragens, Engel die Herausfordern; Engel, die Anfragen, und Engel, die auf Grenzen aufmerksam machen… - Engel gibt es auch heute noch.  
    Nummer 423 - 25.03.2015
  • Diese Haltung, die sie gegenüber ihren Kindern lebt, vermittelte mir heute eine alleinerziehende Mutter. Sie erzählte von ihren Einsätzen: 8.00 Uhr Kindergarten, dann einige Stunden Berufstätigkeit, dann Haushalt, Einkauf etc. Augenblicklich liegen noch für ein Kind Termine beim Spezialarzt an, der 40 km entfernt seine Praxis hat. Alle Aufgaben erschienen meiner Bekannten wie selbstverständlich. Ich danke Gott dafür, dass es solche Beispiele gibt.  
    Ich bin für dich da - 18.03.2015
  • Meine Schwester erzählte, dass sie gerade dabei ist, u.a. die Schränke zu leeren oder Sachen, die einfach im Haus herumstehen, zu entrümpeln. Das Haus wird luftiger. - Entrümpeln? Wo kann ich anfangen – außer in den eigenen  vier Wänden? Was hat sich eigentlich alles im meinem Herzen angesammelt und verstellt mir den Blick – unter anderem, die Spuren Gottes wahrzunehmen: Vorurteile, Ärger, verschlossene Ohren etc. Wirklich, es gibt bei mir viel zu entrümpeln!  
    Entrümpeln - 11.03.2015
  • Heute lag eine Postkarte von einem lieben Menschen in unserem Briefkasten. Ein Gruß aus dem Urlaub. Wenn ich so überlege, schickt mir Gott auch immer wieder einen Gruß in Form einer „Postkarte“, heute gleich mehrfach: Zuerst fiel ein Sonnenstrahl in mein Büro, als ich eine unangenehme Aufgabe zu erledigen hatte. Dann hielt mir eine Dame die Tür auf, als ich vollbepackt aus dem Hausflur trat. Schließlich übernahm ein Kollege kurzfristig einen Termin von mir, als ich früher weg musste. Danke für diese Post heute. Ich musste nur wissen, wo sich der richtige Briefkasten befindet!  
    Postkarten - 04.03.2015
  • „Stell dir vor, du betest und Gott antwortet“ (Psalm 50,15) - steht auf einem Aufkleber, den mein Mann in einer Buchhandlung entdeckte. „Aber was ist, wenn Gott trotz Gebet nicht antwortet?“, ist meine Frage. Gerade in der vergangenen Woche hatte mein Patenkind ein Vorstellungsgespräch. Sein jetziger Arbeitsvertrag läuft aus, und eine neue Stelle wäre so wichtig. Doch trotz vielem „Bestürmen“ des Himmels, kam er bei 90 Bewerbern nur auf den zweiten Platz. – Ich gebe zu, ich war schon reichlich enttäuscht. Ich bin mir aber trotzdem sicher, dass Gott auch diese Entscheidung begleitet hat. Jeder ist in deinen Augen wichtig, darauf vertraue ich. Manchmal sollen wir wohl auch Wüstenerfahrungen machen.  
    Stell dir vor, du betest und Gott antwortet - 26.02.2015
  • „Gib mir mal den Papa, ich habe in dieser Woche noch nicht mit ihm gesprochen.“ Das waren gestern die Worte unseres Sohnes am Telefon. Für mich ist dieser Satz ein Anstoß für die Fastenzeit. Einfach immer einmal wieder inne halten, innere und äußere Geräusche abschalten und ins Gespräch kommen mit dem Gott, der mit mir auf dem Weg ist. Der erste Schritt der Veränderung beginnt im eigenen Herzen.  
    Gib mir mal den Papa - 18.02.2015
  • Gerade jetzt in diesen Karnevalstagen setzen unterschiedlichste Büttenreden meine Lachmuskeln in Bewegung. Typische Karnevalslieder, die von der CD laufen, lassen mich zusätzlich beschwingter durch den Tag gehen. – Ich stehe immer wieder staunend vor der Kreativität der Menschen, Kreativität, die ihnen von Gott geschenkt ist. Kreativität, die in diesen Tagen unterschiedlichste Menschen miteinander verbindet. Danke! – Lachen soll übrigens unsere Abwehrkräfte stärken und die Immunabwehr aktivieren. Jetzt bei der Grippewelle ein schöner Nebeneffekt. .  
    Lachen ist Aspirin für die Seele - 11.02.2015
  • Wir hatten eine Mitgliederversammlung in unserer Gemeinde. Ein Tagesordnungspunkt beschäftigte sich mit dem Brand und dem Wiederaufbau der Marienkapelle. Der Brand war im Mai 2014, und wir hatten die verrückte Hoffnung, dass wir im evtl. zum Fest Maria Lichtmess (Datum der ersten Einweihung 1946) auch die Einladung zur Fertigstellung aussprechen konnten. Diese stille Hoffnung ist wirklich Realität geworden. Die Einweihung ist für den 31.05.2016 geplant. – In der Rückschau stellten wir fest, dass viele wichtigen Gespräche und Ereignisse immer wieder im Umfeld eines Marienfestes standfanden. Als hätte Maria selber dafür gesorgt, dass ihr Zuhause wieder entsteht. – Spurensuche, die dankbar und sprachlos macht. .  
    Unsere Augen haben das Heil gesehen - 02.02.2015
  • In der ersten Teamsitzung im Jahr wurden wir aufgefordert, einen Zettel aus einer Schale zu ziehen. Das Wort, das ich zog, hieß „Stille“. Was hat diese Aussage augenblicklich mit mir zu tun? Wenn ich meinen Arbeitsplatz betrachte, so kann ich wirklich seit einigen Tagen in Ruhe Vorgänge abarbeiten. Selbst von Außenterminen werde ich nicht gesteuert. Eine seltene, doch sehr angenehme Erfahrung. Die Ruhe am Arbeitsplatz lässt mich dann abends oft zum Telefon greifen, um mit Freunden zu sprechen. Die Gespräche sind ein Geschenk. Ich bin dankbar für diese ungeplanten Oasen im Alltag.  
    Stille - 28.01.2015
  • "... alles bleibt – verändert" - steht über der Todesanzeige unseres guten Freundes. Innerlich kann ich es noch nicht fassen, dass sein Tod sich – nach dreimonatiger Krankheit und ganz viel Hoffnung – so schnell einstellte. Nichts ist selbstverständlich. Auch nicht das Fortbestehen einer über Jahrzehnte langen Freundschaft. - Du Gott unseres Lebens, unsere Zeit liegt in deinen und nicht in unseren Händen. Mit dem Tod bleibt nicht alles wie bisher, es ist plötzlich sehr verändert. Was bleibt, ist deine Zusage „Ich bin da“ – auch jetzt in unserer Trauer.  
    ….alles bleibt – verändert - 22.01.2015
  • Mehr als zwei Tage waren die Terroristen Chérif und Saïd Kouachi auf der Flucht – und Zehntausende Polizeikräfte auf ihren Spuren. Der Ablauf einer beispiellosen Jagd durch den Norden Frankreichs. Auf einigen Fernsehkanälen konnten die Zuschauer die „Jagd“ im Stundentakt miterleben. James Bond in Realität oder „Sie können beim Töten zusehen“. Eine mir sehr fremde Art der Einfühlung. Bei den Analysen des Personenprofils der Täter kam häufig die Aussage: „Sie suchten Anerkennung und Werte.“ - Die Lebensgeschichte der Täter ist mir nicht bekannt. Darüber wird nicht gesprochen. Wie viel Wertlosigkeit haben sie evtl. erfahren, um Anerkennung im Töten zu finden. - Wie kann deine Zusage „Kind, du gehst nicht nur auf eigene Faust durchs Leben, sondern mit meinem Beistand!“ erlebbar werden? Eine Anfrage an mich: „Was ist mein Beitrag um diese Zusage bei Menschen in meiner Umgebung erfahrbar werden zu lassen“.  
    53 Stunden auf der Jagd - 14.01.2015
  • Nach den Feiertagen blieb unser jüngster Sohn noch einige Tage zu Hause. Er hatte Urlaub und genoss es, wieder einmal bei uns zu sein. Gestern Abend, als ich ins Bett gehen wollte, standen im Wohnzimmer noch seine Tasse, sein Teller etc. herum. Mein erster Gedanke: „Mein liebes Kind, Ordnung musst du wirklich noch lernen!“ Doch dann kam mir die Idee: Vielleicht weil unser Sohn zu Hause ist, lebt er seine Unordnung. Hier muss er nicht perfekt sein, hier muss er nicht super aufräumen wie an seinem Arbeitsplatz. Er darf zu Hause einfach einmal nur so sein, wie er ist. – Gott wird im Jahr 2015 wohl wieder mit viel Barmherzigkeit mir gegenüber immer wieder ein Auge zudrücken und mir zeigen, dass er mich liebt. Ich bin sein geliebtes Kind, wie es am Sonntag im Evangelium heißt! Wenn Gott so ist, dann kann ich auch meinem Sohn gegenüber beide Augen zudrücken.  
    Zu Hause sein - 07.01.2015
  • Eine ältere Dame hatte an den Weihnachtstagen Besuch von Kindern, Enkel- und Urenkelkindern. Das vierjährige Urenkelkind ging mit der Uroma in die Kirche "Krippe gucken". Uroma erzählte der Kleinen von der Geburt des Jesuskindes im Stall. Die Kleine, wohl ein recht aufgewecktes Kind, unterbrach die Uroma ein wenig ungeduldig: "Omi, das weiß ich doch. Das hast du mir letztes Jahr doch schon erzählt! Letztes Jahr, als das Kind geboren wurde. Es müsste doch schon laufen können!" - Als wir davon hören, haben wir alle herzlich gelacht. Mir kam dann in den Sinn, wie wunderbar es doch ist, dass wir die Freude der göttlichen Menschwerdung immer wieder feiern dürfen. Den Zauber des neuen Anfangs immer wieder neu erfahren dürfen. Dass das Jesuskind mittlerweile "laufen können müsste", steht ja gar nicht im Widerspruch dazu.  
    Jesuskind, das laufen Kann - 31.12.2014
  • Am 4. Adventssonntag war bei mir das Einpacken der Geschenke angesagt. Ich spürte, wie ich mich innerlich dabei freute. Ich sehe die Person, die das Päckchen bekommt, und hoffe, dass ich ihr mit dem Inhalt eine Freude machen kann. - Jedoch nicht nur Menschen werden beschenkt. „Kaschmir-Pullover und Salami-Pralinen unterm Weihnachtsbaum: 160 Millionen Euro investieren die Deutschen jedes Jahr in Geschenke für ihren Hund“, lese ich in einer Schlagzeile. Anscheinend werden auch Tiere beschenkt.  -  Was wollen Geschenke vermitteln. Mir kommen die Gedanken: Ich mag dich, ich beschäftige mich mit dir, du bist mir wichtig, ich möchte dass du dieses spürst. - Das bedeutet für Weihnachten: Christus, Du wirst geboren für mich. Auch du willst mir sagen: „Ich mag dich, ich beschäftige mich mit dir, du bist mir wichtig.“ Öffne mein Herz, dass ich dieses Geschenk ganz besonders am „Tag deiner Geburt“ wahrnehme.  
    Schenken - 24.12.2014
  • Bei uns im Fernsehraum steht ein kleiner weißer Stern. Das Besondere ist, das er mit Hilfe einer Batterie anfängt zu leuchten. Aus dem weißen Stern entwickelt sich ein grüner, ein roter, ein blauer. Zuerst fand ich dieses Farbspiel kitschig. Doch allmählich sehe ich gerne auf die Farbveränderungen. Gestern bei der Nachricht, als es hieß „120 Kinder sind auf grausame Art getötet worden“, fiel mein Blick kurze Zeit später auf den Stern. Grün, rot, blau Farben die symbolisch für mich für Hoffnung, Liebe, für Treue stehen. -  Wieviel Gebet bedarf es noch, dass diese Erfahrung weltweit zur Haltung wird: Hoffnung, Liebe und Treue sind gaben Gottes.  
    Sterne - 17.12.2014
  • Ich wollte gegen Abend noch Geld vom Geldautomaten abheben. Der Automat steht in einem abgeschlossenen Raum. Als ich meinen Betrag zum Auszahlen eingab, ging hinter mir die Tür auf. Ein etwas nicht ganz sauber gekleideter Mann betrat die Halle. Ich versuchte schnell meine EC-Karte und das ausgezahlte Geld in die Handtasche zu stecken. Zu viel hatte ich von Überfällen gehört, die in den letzten Wochen hier in der abendlichen Dunkelheit geschehen waren. Der Mann kam auf mich zu. Plötzlich hörte ich ihn fragen: „Können Sie mir helfen? Ich will Geld abheben, kann jedoch mit meinen Augen die Ziffern nicht lesen. Ansonsten müsste ich in den nächsten Stadtteil zur Hauptfiliale fahren“. Ohne Bedenken gab er mir seine Karte, sagte mir seine PIN-Nummer und bedankte sich, als er den Betrag in Händen hielt.  -  Gott, wie häufig siehst du mich mit unvoreingenommenen Augen an, eine Haltung, die ich jetzt im Advent einüben könnte.  
    Mit unvoreingenommenen Augen ansehen - 10.12.2014
  • Ich traf am Ausgang eines Seniorenheimes ein mir bekanntes älteres Ehepaar. „Wir kommen gerade vom Geburtstag einer Hundertjährigen und besuchten noch kurz Frau W., eine ehemalige Nachbarin von uns, die jetzt schon zehn Jahre hier im Heim lebt. Was ist diese elendig dran. Aufgrund ihrer Demenz erkennt sie schon lange niemanden mehr.“ Mir kam spontan die Aussage in den Sinn: „Ich war krank, und ihr habt mich besucht“. Selbst nach zehn Jahren klingt ehemalige Nachbarschaft noch nach.  
    Treue Nachbarschaft - 03.12.2014
  • Ein Dieb hatte die Mittagsruhe genutzt und war in das Zimmer einer Bewohnerin  in unserer Wohn- und Pflegeeinrichtungeingedrungen, während sie nebenan im Bad war. Bevor sie ihn bemerkte und Alarm schlagen konnte, gelang es ihm, mehrere Schubladen zu öffnen und den Schranktresor aufzuhebeln. Beim Leeren der Schmuckschatulle wurde der Einbrecher von der Bewohnerin überrascht und konnte unerkannt entkommen. Die Bewohnerin war zutiefst geschockt und auch am nächsten Tag im Gespräch mit mir war sie noch sehr aufgewühlt. Mittlerweile war auch klar, welche Stücke der Dieb hat mitgehen lassen, alles Schmuckstücke die neben einem materiellen auch einen für sie unersetzbaren ideellen Wert haben. – Und dann kam ein Satz, der mich noch immer beschäftigt: "Weißt du, was ich gestern als erstes gemacht habe, als die Polizei weg war? Ich bin in die Kapelle gegangen und habe für den Dieb gebetet."  -  Für mich eine besondere Spur in dieser Woche: Einen Menschen, der einen zutiefst verletzt hat, mit ins Gebet nehmen zu können, bei allem eigenen Ärger noch einen Blick dafür zu haben, was diesen Menschen zu dieser Tat getrieben haben könnte.  
    Schock in der Mittagszeit - 26.11.2014
  • In meinem Kalender steht unter dem heutigen Wochentag klein gedruckt „Buß- und Bettag“. Ich erinnere mich an meine Kindheit. Da war dieser Tag ein stiller Feiertag. Still ging es bei mir heute morgen aber nicht zu, sondern eher etwas hektisch. Manchmal fehlen einfach nur einige Minuten, und schon geht alles nur noch im Laufschritt. Buß- und Bettag – selbst für das kurze Besinnen auf den Gott meines Lebens, der mir heute wieder zur Seite steht – blieb wenig Raum. Der heutige Tag gibt wir wieder neu den Hinweis, nicht ganze 24 Stunden, sondern vielleicht nur einige Minuten ganz Gott zu widmen. Er sucht mich, er will mir nahe sein, doch dafür brauch es Raum.  
    Buß- und Bettag - 19.11.2014
  • 25 Jahre Mauerfall. Wir verfolgen einige Veranstaltungen im Fernsehen. Immer wieder ist durch die Bilder die Freude über die plötzliche Reisefreiheit zu spüren. Die Mauern der Begrenzung sind gefallen. - Mauern, die Grenzen bilden, erlebte ich in dieser Woche, als ich für eine Projektidee begeistern wollte. Innerlich hörte ich bei mir oft die Stimme: „Da ist bestimmt kein großes Interesse etc.“ Als ich dann meine Gedanken vortrug, hieß es laut und deutlich: „Oh, das unterstützen wir gern!“ - Gott reißt wieder einmal Mauern der Bedenken nieder, um mir zu verdeutlichen: Mit ihm ist einfach zu rechnen.  
    25 Jahre Mauerfall - 12.11.2014
  • Wir fuhren zu einem Orgelkonzert. Der Himmel war grau und regnerisch. Eigentlich kein Anlass, um nach draußen zu gehen. In der Kirche angekommen, in der das Konzert stattfindet, wurden wir für unseren Aufbruch belohnt. Der Organist war ein Könner und ließ seine Hände und Füße leicht und beschwingt über die Tasten und Pedalen gleiten. Mit jedem Stück wurde meine Seele wärmer. Ich genoss die Musik, den Vortragenden und stand wieder nur staunend vor der großen Begabung, die hier vom Gott des Lebens angelegt wurde. So wie jetzt am 11.11. beim Martinszug hier in der Stadt der „heilige Martin“ seinen Mantel zum Wärmen teilt und verschenkt, so war mein Gefühl, dass der Musiker sein Können zum Wärmen uns schenkte.  
    Wärme inmitten von Grau - 05.11.2014
  • „Sie hatte ihren eigenen Stil“ – mit dieser Überschrift wurde in einer Anzeige für Grabpflege geworben. Auf dem Foto war eine junge Frau abgebildet, die eine rote Haarsträhne trug. Daneben dann der Ausschnitt eines Grabes, in dessen Mitte ein Blumenbeet mit roten Winterblumen bepflanzt war. Grabpflege, die sich am Stil des Toten orientiert. - Mir kam ein ganz anderer Stil von vielen lieben Bekannten in den Sinn, die schon lange verstorben sind. Ihr Stil war: „Ich bin für dich da, du kannst mich immer ansprechen!“ - Spuren, an die ich mich immer wieder dankbar erinnere, jetzt nicht nur zu Allerseelen. Zu diesem Stil passt für mich das Symbol der Kerze, die ich kommenden Sonntag gerne an ihren Gräbern anstecke.  
    Sie hatte ihren Stil - 29.10.2014
  • Seit gut 4 Jahren ruft mich immer wieder eine ältere Dame an und bittet um Hilfe. Alle Möglichkeiten ehrenamtlicher Unterstützung, die ich für sie organisierte, waren immer wieder nicht gut genug. Nach einiger Zeit wurde ich wieder einmal recht unangenehm und lautstark am Telefon beschimpft. Als vergangene Woche wieder ihr Anruf kam und sie nach meinem Namen fragte, hatte ich keine Lust mehr, mir ihre Beschimpfungen anzuhören, und gab zur Antwort, ich könne jetzt nicht antworten. Verärgert und mit einer entsprechenden Aussage legte sie auf. Später war sie dann auf dem Anrufbeantworter zu hören. Und jetzt staunte ich: Sie bedankte sich herzlich für meine Vermittlung einer ehrenamtlichen Unterstützung. Ich hatte vor einiger Zeit nochmals den Versuch unternommen. Meine Spur: Meine Geduld ist, ich möchte es zugehen, manchmal sehr begrenzt. Wie sehr muss Gott als Wesensmerkmal die Geduld besitzen, wenn er die Ungeduld der Menschen sieht.  
    Geduld, Geduld, Geduld - 22.10.2014
  • „Quellen, denen sie vertrauen. Besuchen sie das neue….“ -  so steht es in der Überschrift auf der Internetseite, die sich öffnet, wenn ich mit meinem Sohn skypen will. Als Spurensucherin stellt sich mir die Frage: Was sind meine Quellen, denen ich vertraue? So war z.B. gestern mein Vertrauen herausgefordert: Ich versuche, seit Sonntag eine Karte für eine kirchliche Großveranstaltung zu bekommen. Doch per E-Mail hieß es nur: Das Kartenbüro ist geschlossen, am 18.10 ist morgens um 7.00 Uhr wieder Kartenausgabe. 7.00 Uhr - da bin ich noch auf der Autobahn. Und da es eine religiöse Veranstaltung ist, blieb es nicht aus, mein Vertrauen gegenüber der höchsten Instanz  auszudrücken: „Guter Gott, du weißt doch immer einen Weg!“. Ich schilderte später die Situation zwei  Bekannten, ob sie eine Idee hätten, noch eine Karte zu buchen.  Abends bekam ich von ihnen die Antwort, dass sie für mich Karten bekommen könnten. - Vertrauen – auf sich selbst, auf gute Freunde – und besonders auf ganz Oben!  
    Quellen, denen ich vertraue - 15.10.2014
  • Unsere kleine Marienkapelle im Wald – die durch Brand zerstört wurde – konnte jetzt Richtfest feiern. Wir hatten über die Zeitung dazu eingeladen und konnten 60 Personen begrüßen. Menschen aus der Stadt und den umliegenden Dörfern. Menschen die wir nicht kannten, die jedoch dankbar sind, dass ihr Ort der Heimat wieder aufgebaut wird. Nach dem Richtspruch wurde uns dann auch noch von einem Heimatverein eine großzügige Spende überreicht. - Wir können durch die vielen Gesten der Unterstützung ahnen, wie grenzenlos Gottes Liebe ist.  
    Gottes Liebe ist grenzenlos - 08.10.2014
  • Wir sind im Hochsauerland. Als ich abends kurz nach draußen gehe und nach oben schaue, sehe ich einen unglaublich schönen Sternenhimmel. Die kleinen und großen Sterne stehen dicht gedrängt nebeneinander, kleine und große leuchten mit ihrer ganzen Kraft. An der Fülle und Schönheit kann ich mich nicht satt sehen. Ich kann mich nicht erinnern, hier auf der nördlichen Erdhalbkugel je so einen dichten Sternenteppich gesehen zu haben. Mein Blick geht immer wieder nach oben und mein Herz ist voller Dankbarkeit. Ich danke Gott,  dass er die Erde so unglaublich kreativ erschaffen hast und sie schon Milliarden Jahre in deiner Hand hält.  
    Dankbarkeit - 01.10.2014
  • Beim Projekt „Jugend hackt“ wurde ein Antiüberwachungsarmband entwickelt. Kommt der Träger in die Nähe einer Überwachungskamera, vibriert das Armband. Die kreativen Jugendlichen sind gegen Überwachung. Mit ihrem Armband machen sie das Thema spürbar. – Mir kam eine interessante Idee: Wie würde wohl ein Armband aussehen, das immer dann vibriert, wenn die Blicke Gottes auf mir ruhen? Das wäre aber dann keine Überwachung, sondern eine liebevolle und behütende Begleitung.  
    Anti-Überwachungsarmband - 17.09.2014
  • Vor mir hat ein Pärchen einen Schirm mit Regenbogenfarben aufgespannt. Die bunten Farben springen direkt ins Auge. - Im übertragenen Sinne hat Gott uns Menschen mit unterschiedlichsten „bunten“ Begabungen geschaffen. Doch so friedlich, wie auf dem Schirm die Regenbogenfarben nebeneinander aufstrahlen, so friedlich zeigt sich leider die Welt augenblicklich nicht. In den Nachrichten werden Kriegsschauplätze aneinandergereiht, wo verschiedenste Gruppen gegeneinander kämpfen. Wo bleiben die „bunten“ Begabungen, die sich einsetzen, um die Fronten zu schlichten? Dabei kenne ich viele Kulturen und Volksgruppen, die trotz ihrer Verschiedenheit Ehrfurcht voreinander haben und miteinander auskommen. „Wir alle sind geborgen im Schatten von deinen Flügeln“, eine Zusage Gottes, die in der Realität nicht immer sichtbar ist.  
    Unterm Regenbogen - 10.09.2014

 - 27.08.2014
  • Heute hatte ich in kurzer Zeit etliche Aufgaben zu bewältigen: Kurzfristig musste ein Kurzzeitpflegeplatz gefunden werden, wegen Überweisungen benötigte ich am besten sofort ein Gespräch mit der Stadt, und ein Arzttermin sollte verschoben werden. Da jedes Telefonat wichtig war, schickte ich zuerst einmal ein Stoßgebet nach oben. Ich bat, bevor ich zum Hörer griff, um eine freie Leitung. Das Ergebnis: Ein Pflegeheim in der Nähe der Tochter hatte in zwei Tagen einen Platz frei. Das Gespräch mit der Stadt löste einige „Knoten“. Und den Arzt erreichte ich sogar kurz nach 8.00 Uhr. Natürlich weiß ich, dass ein Gebet kein Automat ist. Aber eine solche Erfahrung tut einfach gut: Es lohnte sich also kurz innezuhalten, sich dann überraschen zu lassen - und Gott mit ins Boot des Lebens einzuladen.
    Gott mit ins Boot holen - 03.09.2014

 - 27.08.2014
  • Unser Sohn steht vor der Entscheidung, ob er weiter studiert oder evtl. das nächste Semester für Praktika nutzt. Obwohl eine Uni, die in seiner engeren Wahl stand, ihm einen Studienplatz anbietet, ist er noch unschlüssig in der Entscheidung. Ich muss vorsichtig sein, dass ich nicht zu viel nachfrage, und merke, wie mein geduldiges Mitgehen für mich nicht immer einfach ist. Schweigen und warten. So versuche ich einfach, die Sorgen an Gott abzugeben, denn er hält ihn bestimmt in seiner Hand. „Du hältst uns fest in deiner Hand!“, heißt es ja in einem Liedtext.
    Geduld

 - 27.08.2014
  • Als ich beim Postamt meine Briefe abgebe, heißt es: „Hallo, wie geht es Ihnen, wir haben uns ja länger nicht gesehen.“ Ich teile mit, dass ich Urlaub hatte. Wir halten kurz inne und tauschen einige persönliche Sätze aus. Das Gespräch tat gut. Ins Gespräch kommen. - Im Blick auf die Spurensuche fragte ich mich, ob Gott einfach auch einmal am Tag hören will, wie es mir geht. Vielleicht bin ich auch eingeladen, einfach innezuhalten und kurz meine Gedanken und Stimmungen IHM mitzuteilen. Vielleicht hören und sehen wir uns dann öfter!
    Ins Gespräch kommen
 - 20.08.2014
  • „Liebe auf Rezept. Ewig frisch verliebt. Wie neue Medikamente unsere Gefühle steuern“ - so steht die Aussage dick auf der Titelseite einer Zeitschrift. Eine Sehnsucht wird hier aufgegriffen, dass die Liebe zwischen zwei Menschen nie ihre Dynamik verlieren möge.
Mir fallen spontan Paare ein, die sich – trotz oder vielleicht auch gerade wegen ihrer langen Beziehung – immer wieder anstrahlen. Liebevolle Vertrautheit ist wahrzunehmen. Ihre „Medikamente“ waren u.a. sich Zeitnehmen für gute Gespräche; einen Blick zu haben für das, was am anderen geschätzt wird, Offenheit um Probleme anzusprechen, liebevolle Gesten nicht nur am Hochzeitstag….- “Medikamente“ die nicht abgesetzt wurden.
Gott sieht uns wohl so groß, auch mich, wie sich diese Paare gegenseitig groß sehen.
    Liebe auf Rezept - 13.08.2014
  • Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle von einer Spur erzählt: Eine Marienkapelle in unserer Gemeinde wurde mutwillig durch Brandstiftung zerstört. Da diese Spur weiterging, möchte ich heute voll Freude Folgendes berichten: Heute kam die Baugenehmigung für die Wiederherstellung der Kapelle. Jetzt kann es losgehen. Viele Spenden sind eingegangen, und auch der Architekt hat bereits Angebote von Handwerkern eingeholt. Wenn ich zurückblicke, kann ich nur staunen, wie wir bisher geführt wurden. Trotzdem spüre ich, wie der nächste Schritt einen Sprung des Vertrauens fordert. Ich soll mich vielleicht wieder einmal auf Gottes Zusage verlassen: „Ich bin da und gehe selbstverständlich weiter mit.“
    Sprung des Vertrauens - 06.08.2014
  • Vor kurzen war in der Zeitung zu lesen, dass die Zahl der Kirchenaustritte 2014 wieder angestiegen ist. Weiterhin wenden sich Menschen von der Kirche ab.
 Hier eine andere Erfahrung: Seit ungefähr 40 Jahren kenne ich einen Priester, der jetzt zu seinem goldenen Priesterjubiläum eingeladen hat. Gerne sagten wir zu. Er hat für uns u.a. die Botschaften verlebendigt: Gottes Gegenwart gilt unverrückbar auch dir auf deinem Lebensweg. Gott teilt das Leben mit dir. Du bist geliebt, ohne Leistungen zu erbringen. Er liebt, trägt, sorgt; er lehrt gehen, er heilt. Das sind Botschaften, die meinen Glauben prägten. Gleichzeitig konnten wir mit dem Priester Gemeinschaft erfahren.
Auch das ist Kirche.
    Auch das ist Kirche
 - 30.07.2014
  • Es kam wirklich in dieser Woche vor, dass in meinem Kalender ab 11.15 Uhr keine Termine oder Aufgaben standen. Ein leeres Blatt lachte mich ungeschrieben an. Was würde die Zeit wohl bringen? Ab Mittag war die Ruhe vorbei. Ein Kollege rief an und wollte mit mir zu einem Außentermin. „Der Ort liegt ja in der Nähe einer Frau, die ich betreue: Die könnte ich  danach besuchen!“, kam mir der Gedanke. Als die Bekannte nach meinem Klingeln öffnete, stellte ich fest, dass sie sehr verwirrt war und ins Krankenhaus musste. Ich kam wohl im passenden Augenblick. Abends dachte ich: Gott sei Dank - dass er auf leeren Blättern schreibst und mir zur Seite steht.  
    Ein leeres Blatt - 23.07.2014




Was ist Spurensuche?

Spurensuche ist eine Möglichkeit, den "Gott des Lebens" zu entdecken. Wir erzählen, was uns bewegt: innere Anregungen, Erfahrungen, Ereignisse. Wir versuchen, sie im Glauben als Anruf Gottes zu deuten. Wir stellen uns damit in die Glaubenstradition der Bibel, die bezeugt, dass Gottes Geist die Menschen treu begleitet und hinter allem steht und wirkt.