In der biblischen Erzählung von der Hochzeit zu Kana wird berichtet, dass der Wein ausging. Maria sagte zu den Dienern: „Was er euch sagt, das tut!“ Jesus wies die Diener an: „Füllt die Krüge mit Wasser!“ Und Jesus verwandelte das Wasser in köstlichen Wein.
(Joh 2,1-12)
Was in dieser Erzählung geschildert wird, begeht die Kirche in jeder Eucharistiefeier. Die Menschen bringen mit den Gaben von Brot und Wein alle ihre Hoffnungen, Freuden und Ängste und bitten um Wandlung. In Brot und Wein wird der Herr der Gemeinde selbst gegenwärtig und mit ihm das Versprechen: „Ich bin allezeit bei euch!“
In einem Krug-Ritual kann dieses Geschehen noch einmal existentiell verdeutlicht werden. Die Menschen werden eingeladen, ihr „Wasser des Lebens“ in den Krug zu geben. Sie schreiben auf einen Zettel, was sie bewegt, beschäftigt, freut oder ängstigt, und legen ihn in den Krug. Bewusst verbinden sie dadurch ihr Leben und ihren Alltag mit Gott. Während des Sonntagsgottesdienstes kann der Krug bei der Gabenbereitung mit zum Altar gebracht werden. Mit den Gaben von Brot und Wein bitten wir um Wandlung für unser Leben.
Die Gemeindemitglieder werden eingeladen, bereits zu Hause oder zu Beginn des Gottesdienstes einen solchen Zettel aufzuschreiben und in den Krug zu geben. Die Zettel werden anonym behandelt und später verbrannt.
Dieses Krug-Ritual gibt den Einzelnen die Möglichkeit, sich ganz persönlich und ihre Anliegen einzubringen. Viele pflegen dieses Ritual, das in der Schönstattbewegung entstanden ist, in Gemeinschaft oder zu Hause in der Familie oder für sich persönlich.