Meditation & Gebet
Wenn die ersten Sonnenstrahlen den kalten Ostwind wärmen, schwillt es an, das emsige Summen der kleinen Rostroten Mauerbiene.
Gerade geschlüpft, legt diese Schönheit unter den Wildbienen - an warmen Südwänden und gerne in Nisthilfen - in röhrenförmigen Hohlräumen hintereinander mehrere Brutzellen an.
Frühblühende Pflanzen wie Löwenzahn, Traubenhyazynthe oder Lungenkraut werden umschwärmt und liefern Nektar und Pollen, die in die Brutzellen verbracht werden.
Aus dem dort abgelegten Ei entwickelt sich bis zum Spätsommer über Larve, Kokon und Puppe die erwachsene Biene. Sie überwintert voll entwickelt im Kokon.
Erst im nächsten Frühling ist es soweit: Die Rostroten Mauerbienen schlüpfen mit dem ersten Aufblühen der Frühblüher. Auch die Blüten von Obstbäumen werden besucht und dabei bestäubt. So sorgen die Mauerbienen für eine reiche Ernte.
Im Juni ist das Werk getan. Die Generation eines Jahrganges der Rostroten Mauerbiene stirbt.
Ich weiß:
Es kommt nicht darauf an, wie lange ein Wesen lebt.
Es kommt darauf an, wie intensiv und hingebungsvoll ein Leben gelebt wird.
Bild: Rostrote Mauerbiene
Foto: Gisela Glas
