Moment mal!
Am Sonntag ist es wieder soweit: die Uhren werden eine Stunde zurückgesetzt, die Winterzeit beginnt. Eine Stunde länger schlafen und die Dunkelheit breitet sich aus. Obwohl ich ein Kind des Sommers bin, es liebe den ganzen Tag draußen zu verbringen in der blühenden, bunten Natur, finde ich auch die Herbst- und Winterzeit irgendwie gemütlich. Die Verwandlung der Natur, die heiße Tasse Tee, ein gutes Buch oder einfach mal faul auf der Couch zu liegen und eine Serie nach der nächsten zu schauen…
Doch kann man die Zeit wirklich zurückdrehen? Was ist die Zeit? Im Alten Testament bei Kohelet 3,1-15 wird sie wunderbar definiert: Alles hat seine Zeit.
Auch Augustinus befasst sich in seinen „Bekenntnissen“ im 11. Buch mit der Frage nach der Zeit. Er schreibt: „Was ist also die Zeit? Wenn mich niemand danach fragt, weiß ich es; will ich es einem Fragenden erklären, so weiß ich es nicht.“ (Quid est enim tempus?) Die Vergangenheit ist nicht mehr und die Zukunft ist noch nicht. Selbst die Gegenwart hat keine Ausdehnung, da sie im selben Moment vergeht.“
Manchmal vergeht sie wie im Fluge und mitunter dauert sie gefühlt ewig. Doch wer sie misst, weiß, sie vergeht immer gleich. Wie kostbar die Zeit in so mancherlei Momenten gewesen ist, merken wir oft erst im Nachhinein. Und wir können der Zeit nur nachtrauern. Zuweilen grübeln wir über unsere Zukunft, doch wir können uns noch so sehr den Kopf zerbrechen, es kommt, wie es kommen soll. Denn siehe in Kohelet; 3,1 „Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit…“
So ist es wohl am besten jeden Moment zu genießen, den Augenblick wahrzunehmen und im Hier und Jetzt zu leben. So wie Meister Eckhart es bereits sagte; „Die wichtigste Stunde ist immer die gegenwärtige, der wichtigste Mensch ist der, der dir gerade gegenübersteht, und die wichtigste Tat ist die Liebe“.
Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit!
Historische Astronomische Uhr, St. Marienkirche zu Rostock
Bild: Nicole Elß
