13. Mai 2026

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Alles neu macht der Mai

Zeichen der Zeit

Gerade erlebe ich Kirche im Umbruch. In unserem Erzbistum Paderborn läuft der Transformationsprozess.
Die neuen Seelsorgeeinheiten wurde räumlich festgelegt und die Gemeinden vor Ort sind am Zug, ihre Zukunft mitzugestalten. Da ist viel Trauer zu spüren um das, was vermeintlich verloren geht, an anderer Stelle aber auch frischer Wind und der Mut zum Aufbruch, etwas neu zu gestalten.
Im Kleinen erlebe ich gerade eine ähnliche Situation. Viele Jahre hat es gebraucht, nun ist es endlich soweit und die Hauskapelle unserer Einrichtung wird renoviert.
Wir bekommen eine neue Audioanlage, mit einer Kamera die Möglichkeit, die Gottesdienste in die Zimmer zu übertragen,
Decke und Wände bekommen einen neuen Anstrich, der Parkettboden wird aufgearbeitet und neu versiegelt und die Kapelle wird neu bestuhlt. In der letzten Woche haben wir die Kapelle ausgeräumt, alle beweglichen Gegenstände woanders untergerbacht, die Orgel, den Altar und den Tabernakel staubdicht eingepackt. Die alten Bänke wurden abgeholt und haben bereits einen Platz in einem Gottesdienstraum in einer Gemeinde im Bistum Breslau gefunden.
Die vielfältigen Reaktionen von Bewohnerinnen und Bewohnern haben mich beschäftigt: Die Sorge, was in der Renovierungszeit mit den Gottesdiensten ist, konnte schnell genommen werden. Wir haben einen Raum, den wir für die Gottesdienste herrichten und nutzen können.
Die Frage "Muss das denn sein?" wurde mehrfach gestellt. "Die Kapelle war doch noch gut, die ist doch schon immer so!" Macht Gewohnheit blind für Dinge, die sich langsam aber sicher abnutzen, Farben, die verblassen, den Glanz, der schon lange verloren geht?
Die Atmosphäre unserer Kapelle wird einen andere sein. Der helle Anstrich, der frische Boden und neue Farbgestaltung und flexiblere Möglichkeit der Sitzordnung durch die neuen Stühle wird den Raum verändern. Ich bin sicher, dass es den meisten gefallen wird. Die Entscheidung, die Kapelle für die Renovierung komplett zu schließen, konnte gar nicht anders gefällt werden. Ich merke an mir, dass die Zeit dazwischen mir den Wert dieses Raumes neu bewusst macht, aber auch, dass die Notwendigkeit, die Gottesdienste anders zu gestalten, mir neue Perspektiven öffnet.
So ein Kirchenumbau bedeutet Abschiednehmen von Gewohntem, aber auch die Möglichkeit auf neue Blickwinkel, die Möglichkeit, an der Neugestaltung mitzuwirken. Bezogen auf unsere Kapelle weiß ich: Es wird gut!

Pia Biehl

 

Bild: Pia Biehl

 

13. Mai 2026

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