9. April 2026

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Ein Erzbischof der in die Bronx geht

Zeichen der Zeit

Heiner Wilmer beschäftigt sich gern mit moderner Kunst, etwa der von Damian Hirst. Sie spiegele, was Menschen heute lieben, hassen, ersehnen oder fürchten.

Aufgewachsen auf einem Bauernhof im Emsland geht er als Jugendlicher gern in die Disco, fährt Motorrad und ist vertraut mit Zeltlagern, Nachtwachen und „Überfällern“. Seine Zukunftpläne schwankten damals noch zwischen kinderreicher Familie und Priestertum. Willmer entscheidet sich für ein priesterliches Leben in Gemeinschaft, wird Ordensmann der Herz-Jesu-Priester und folgt dem Grundsatz Pater Leo Dehios: „Verkriecht euch nicht in den Sakristeien!“ Er unterrichtet in der New Yorker Bronx, lernt dort, dass Wertschätzung für Kultur und Sprache der Hispanics mit Theaterspielen und amerikanischer Sozialisation zusammengehen kann, nicht nur in Heritage Nights.

Er wird in Deutschland Schulleiter, initiiert Projekte wie „Kochen im Knast“ – ein Erfolg für Schülerinnen und inhaftierte Frauen. Wird Generaloberer, schließlich Bischof und jetzt Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Die Kirche steht für ihn auf den Schultern des Mose, mit dem er sich ausführlich beschäftigt hat.

Bei all dem betont der Ordensmann, wie einst der Künstler Michelangelo: „Ancora imparo“. Ich lerne noch.

Anne-Madeleine Plum

Foto: Buchcover, Anne- Madeleine Plum

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