19. August 2026

Kategorien

Schlagwörter

Eine schwarze Madonna in England

Moment mal!

„Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen“, heißt ein Sprichwort. Dasselbe gilt auch beim Lesen, wenn man sich durch dicke Bücher liest und dabei auf eine Abenteuerreise geht. Manchmal verbinden sich die Dinge auf wunderbare Weise.

Ein paar Wochen vor meinem Urlaub fand ich ein Buch zum Verschenken. Weil ich den Titel: „Mit Fünfzig Erwartest Du Meer“ so witzig fand, nahm ich es mit und las es auch. Ein Roman von Elly Voss über eine Frau, die von ihrem Ehemann zum 50. Geburtstag eine Reise ans Meer nach Italien geschenkt bekommen hat, um dort ein Konzert ihres Lieblingssängers zu besuchen. Große Freude, die schnell nach der Abfahrt getrübt wurde, da ihr Mann eine Billigreise mit einem Reisebus von einer sogenannten „Schnäppchenfahrt“ gebucht hatte.

Eine junge Mitreisende erkannte den Frust der Protagonistin und verleitete sie, mit ihr den Verkauf an der Raststätte auf ein Getränk im Imbiss zu schwänzen. Doch dabei vergaßen sie die Zeit und der Bus fuhr ohne die beiden, mit Ehemann einfach weiter.  Das große Abenteuer begann…

Die beiden Frauen stiegen in einen anderen Bus, im Glauben nach Italien zu reisen, aber der Bus war auf dem Weg nach Polen zur schwarzen Madonna von Tschenstochau. Die Busgesellschaft, ein katholischer Chor wollten dort ein Konzert singen.

Soweit die Geschichte des Romans von Elly Voss. Das Buch ist spannend geschrieben, so dass man mitfühlt, was die Protagonistin auf ihrer Reise erlebt. Ich war von der Geschichte berührt und kann es mit Begeisterung weiterempfehlen.

Einige Zeit später brach ich selbst auf ins Abenteuer nach England. Wir besuchten in Südengland den schönen Ort Rye an der Südküste. Verzaubert vom britischen Flair liefen wir durch die Gassen und fanden zufällig ein kleines Franziskanerkloster mit einer Kirche. In der Kirche stand ich vor einem großen Bild einer schwarzen Madonna aus Polen. Es dauerte eine Minute bis ich dachte: „Hey, das ist die Madonna aus dem Buch, oder?“

Zuhause habe ich dann das Internet befragt. Es scheint sich nicht um das Originalbild zu handeln, sondern wahrscheinlich um eine Nachbildung der Ikone. Das Gewand weicht in der farblichen und ornamentalen Gestaltung ab, da es viele Nachbildungen in verschiedenen Klöstern gibt. Aber auch die englische Madonna besitz die Narbe im Gesicht, wie das Original.

Das fand ich einen berührenden Zufall, obwohl ich an Zufälle im Leben nicht glaube, sondern eher an göttliche Fügung.

Wenn Sie neugierig geworden sind, stöbern Sie doch im Internet und oder lesen Sie das Buch. Bei beiden wünsche ich Ihnen eine Menge Freude.

Nicole Elß

Bild: Nicole Elß

19. August 2026

Kategorien

Schlagwörter