16. September 2026

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Künstliche Intelligenz – und die Zukunft der Menschheit

Zeichen der Zeit

„Wenn man zur Vorsicht, zu strengen Kontrollen und manchmal auch zu einer Verlangsamung bei der Einführung der KI aufruft, bedeutet das nicht gegen den Fortschritt zu sein, sondern eine verantwortungsvolle Sorge um die Menschheitsfamilie zu zeigen.“

Der lange Satz steht in der ersten Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica humanitas“ wurde in diesem Mai veröffentlicht. Im Mittelpunkt des Lehrschreibens steht der verantwortliche Umgang mit der Künstlichen Intelligenz. Das hat manche verwundert. In Zeiten des globalen Klimawandels sowie weltweiter Kriege und Konflikte wären auch andere Schwerpunktsetzungen denkbar und vielleicht  sogar notwendiger gewesen. Mir gingen auch solche Gedanken durch den Kopf.

Nur wenige Wochen später im Juni warnte das Tech-Unternehmen Anthropic, dass der Mensch die Kontrolle über die KI verliert und es eine Verlangsamung in der weiteren Entwicklung brauche. Mit noch drastischeren Worten sprach ein ehemaliger Entwickler von Anthropic vor kurzem davon, dass schon im Laufe des nächsten Jahres die KI unkontrollierbar werden und zum Ende des Jahrzehnts alle Menschen töten könnte. Der Anthropic-Chef legte am letzten Wochenende nach, pflichtete seinem ehemaligen Mitarbeiter grundsätzlich bei und erhielt dabei  Unterstützung – ausgerechnet – auch von Elon Musk. Die Bundesregierung meldete sich diesen Montag zu Wort, dass sie die Warnungen der amerikanischen Tech-Bosse sehr ernst nimmt, ganz im Gegenteil zu Donald Trump, der fürchtet, bei einer Verlangsamung der Entwicklung den technologischen Vorsprung auf China zu verlieren. Die Diskussion in den letzten Wochen und Monaten lässt sich in den großen News-Onlineportalen genauer recherchieren und ausführlicher nachlesen -  wer will, auch mit KI-Unterstützung auf dem eigenen Smartphone, Tablet oder Laptop.

Dass selbst die Tech-Bosse mittlerweile die Gefahr sehen, die Kontrolle über ihr eigenes Produkt zu verlieren, und dies sogar offen kommunizieren, ist ein ziemlich einmaliger Vorgang. Und es ist zugleich ein höchst beunruhigender Vorgang. Die Worte des Papstes kommen da zum richtigen Zeitpunkt – und sie kommen hoffentlich rechtzeitig genug und werden gehört!

Andreas Ruffing



Bild: Peter Weidemann - in Pfarrbriefservice.de

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