28. April 2026

Kategorien

Schlagwörter

Santa Maria dell’Anima– ein Stück Heimat in Rom

Zeichen der Zeit

Sämtliche Inschriften der deutschen Nationalkirche in Rom sind entziffert. Ein Anlass zum Feiern für die deutsche katholische Community in Rom. Dr. Eberhard Nikitsch hat über viele Jahre nun auch den zweiten Teil dieses großen Projektes verwirklicht. Der Festvortrag am 13. März 2016 hatte den beziehungsreichen Titel: 

UBI PETRUS IBI ECCLESIA – UBI ECCLESIA IBI PATRIA

Wo Petrus ist, da ist die Kirche. Wo die Kirche ist, da ist das Vaterland.  

Sicher empfanden es die Rompilger früherer Jahrhunderte als tröstlich, wenn sie im fernen Rom als Kranke oder gar Sterbende ein Hospiz fanden, wo man sie mit heimatlich vertrauten Worten aufnahm. Noch heute ist es eine besondere Erfahrung, mitten in Rom aus einem deutschsprachigen „Gotteslob“ zu singen.

In der eindrucksvollen Bibliothek des Päpstlichen Institutes S. Maria dell’Anima wurde die Kirche im Spiegel ihrer Inschriften vorgestellt. Auch wenn gelehrte Epigraphiker augenzwinkernd bedauern, dass man es in Rom meist durchweg „nur“ mit der Schriftart lateinische Capitalis zu tun habe, so war doch der Forschungsprozess komplex genug. Die Inschriften vom Mittelalter bis 1559 wurden sowie deren Fortsetzung von 1560-2025 sind nun vollständig dokumentiert.  

Außerdem kann man auf einem digitalen Rundgang die Kirche in ihrer Schönheit in aller Ruhe betrachten und die Inschriften selbst studieren – auch von jenseits der Alpen. Dankesworte, Gebete, Lebensdaten und Schicksale „marmori commendaverunt“ - hat man dem Marmor anvertraut. 

Anne-Madeleine Plum

https://rundgang.viriditas.info/de/tour/rom-santa-maria-dell-anima
https://www.inschriften.net/santa-maria-dell-anima/einleitung.html

Auferstehungsfresko von Francesco Salviati in der Anima
(ca.1541-1550)
Bild: Dr. Luzie Bratner

 

28. April 2026

Kategorien

Schlagwörter