Zeichen der Zeit
Wir begehen den Aschermittwoch, den Beginn der Fastenzeit. Wir lassen uns ein Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen und hören die Worte: „Gedenke, o Mensch: Staub bist du und zu Staub wirst du zurückkehren.“
Und dann blicke ich in die Welt, höre und sehe täglich Nachrichten über die Großen und Mächtigen auf dem Erdenrund, ihr Gehabe, ihre Reden und Täuschungsmanöver, ihre Selbstbeweihräucherung. Die tun so, als würden sie ewig leben, als würde ihre Macht und Herrschaft nie enden, als müssten sie nie Rechenschaft ablegen für ihr Tun und Lassen. Gilt denn nicht auch für sie – wie für uns alle – die Botschaft des Aschermittwoch: „Gedenke, Mensch, dass du Staub bist …“ ?! Und ich schreibe …
ein Lied
für diese selbsterwählten Halbgötter,
Nur-sich-selbst-Kenner,
Sich-im-Spiegel-Bewunderer,
Über-Leichen-Geher,
Gottesmissbraucher und Gottesleugner,
Verbrechen-Beschöniger,
Herzabtreter und Barmherzigkeitstauben:
Meint ihr
Meint ihr, ihr werdet ewig leben
als Dauergäste dieser Welt?
Auch für euch kommt mal das Ende,
Spiel vorbei, der Vorhang fällt.
Meint ihr, ihr seid unvergänglich,
der Zahn der Zeit sucht euch nicht heim?
Auch ihr seid nur aus Staub genommen
und bloßer Staub werdet ihr wieder sein.
…
Foto: © Video-Cover Wilfried Röhrig
